Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

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root_himself
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Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

Beitrag von root_himself »

Lesensewert: c't 14/2022, S. 62, Rubrik: Vorsicht Kunde; Thema: Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

Zusammenfassung: Kunde kauft im Jahr 200x ein Produkt von NI welches sich über Lizenzcodes auf N-Rechnern freischalten lässt. Dafür wurden Autorisierungsserver bei NI benötigt. NI sicherte in den Lizenzbestimmungen zu, bei Abschaltung der Server (oder anderen Gegebenheiten die eine Aktivierung seitens NI verhindern) Einmalcodes zur permantenen Freischaltung an den Kunden zu geben. NI pfeifft drauf, was in ihren Lizenzbedingungen steht und der Kunde kann sein Produkt nicht mehr auf seinem neuen Rechner aktivieren. Einfach mal am Zeitungsstand oder Online lesen: https://www.heise.de/select/ct/2022/14/ ... 1511703361 (clap)
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spocintosh
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Re: Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

Beitrag von spocintosh »

Artikel leider hinter Bezahlschranke.
Aber ähm...ausgerechnet NI hat diese Praxis doch quasi erfunden.
Oder steht da was Neues drin und sie sind endlich mal vor Gericht unterlegen oder sowas ?
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root_himself
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Re: Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

Beitrag von root_himself »

Nein, im Artikel steht nichts von einer Klage - von dem Hinweis abgesehen, dass dem Endkunden hier nichts anderes übrig bleibt als diesen Weg zu beschreiten (Verbraucherschutz :lol: oder Anwalt (sw) ).

Was mir neu war ist, dass die Lizenzbestimmung zum fraglichen Produkt (Hammdond-Simulation B4 II) explizit einen Absatz enthält der das Problem klar regelt. Dort steht dem Artikel nach:
"Sollte Native Instruments aus welchen Gründen auch immer seinen Verpflichtungen zur Lieferung des Autorisierungsschlüssels nicht mehr nachkommen können, wird es dem Lizenznehmer einen Schlüssel zur Verfügung stellen, der die weitere Nutzung der Software unabhängig von Veränderungen des Rechners sicherstellt."
Nun will ich nicht ausschließen, dass die Lizenzbestimmungen angepasst wurden, mithin dieser Passus entfernt wurde und der Endkunde dem irgendwann zugestimmt hat....Wirksamkeit mal außen vor, aber der Werdegang war:

- Kunde kauft in 2005 mit o.g. Lizenz das B4 Dingens
- Kunde kann B4 über mehrere Rechnergenerationen erfolgreich neu aktivieren
- Kunde kann das im November 2021 bei einem erneuten Rechnerwechsel nicht mehr, da die Aktivierung fehlschlägt
- Kunde bekommt von NI Support die Antwort, die Aktivierungssoftware sei nicht mehr aktuell und er möge "Native Access" benutzen
- Kunde installiert "Native Access". B4 wird in "Native Access" zwar angezeigt, aber "Native Access" bietet keine Möglichkeit B4 zu aktivieren
- die "Kommunikationsleiterin" von NI teilte dem Verlag auf Nachfrage mit, es sei "aufgrund der aktuellen Standards für Sicherheit und Cybersicherheit[...]technisch unmöglich[...]" die alte Software für die Aktivierung zu nutzen (...lölchen...).

Die Comm-Trude ging weder auf die o.g. Verpflichtung zur Lieferung eines Keys ein, noch erwähnte sie, dass die Bestimmungen sich in gegenseitigem einvernehmen geändert händert. Es gab schlicht keine Lösung außer: geht halt nicht, geh weg. Für mich ein neues Maß an Dreistigkeit...
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spocintosh
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Re: Lizenz für Native Instruments EOL Produkt

Beitrag von spocintosh »

root_himself hat geschrieben: 22 Jun 2022 - 13:47 Was mir neu war ist, dass die Lizenzbestimmung zum fraglichen Produkt (Hammdond-Simulation B4 II) explizit einen Absatz enthält der das Problem klar regelt.
War mir auch neu. Sollten wir eigentlich direkt alle anfangen, denen auf den Sack zu gehen.

Mein persönliches Highlight bezüglich deren Dreistigkeit hatte ich (als mit B4, Prophet-5 und FM7 selber Betroffener), als mir einer der Mitarbeiter an der Hotline erklärte, dass ich doch das neue Produkt kaufen solle, da würde ich ja viel mehr für mein Geld bekommen, denn in der Library sei ja schließlich viel mehr drin als nur die Orgel und Synths.
Wohlgemerkt, er redete von irgendeiner Sample-Library, keine Ahnung wie der Mist bei denen heißt, Kontakt oder wasauchimmer.

Das war so'n Luke Skywalker-Moment: "Amazing. Every word of what you just said was wrong."
Bei dem Schwachsinnsinhalt kannst du nicht mal antworten, weil ja jede sinnvolle Kommunikation damit direkt beendet ist.

Gut, ich hätte nachfragen können: Ich bekomme mehr für mein bereits bezahltes Geld, wenn ich noch etwas kaufe, in dem nichts von dem drin ist, was ich bereits gekauft habe und nichts von dem, was ich will ? Erklär mal.

Aber kann man sich in der Ausgangslage ja auch einfach sparen.

Was geblieben ist: Eine Firma, der ich aus tiefstem Herzen alles denkbar Schlechte wünsche und wirklich bei jeder passenden Gelegenheit vor ihr warne.
Deswegen mein Interesse, ob's ne Klage gab...weil sie ja lange überfällig ist.
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