Virtualisierung von 10.5 und 10.6

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Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von future_former » 15 Feb 2017 - 22:32

Die Virtualisierung von 10.5/10.6 in der Clientversion ist ein wenig tricky. Mit Parallels-Versionen jenseits von Version 7 habe ich Schwierigkeiten gehabt, Snow Leopard zu installieren, daher brauchen wir auch für die spätere Virtualisierung von 10.6 in den Parallels-Versionen 8-12 erst einmal eine aktuelle Version von Vmware Fusion. Für die erfolgreiche Virtualisierung von 10.5 in Parallels ist außerdem noch die Version 4.1.0 von Vmware Fusion notwendig ! Passende 4er Lizenzen gibt es günstig auf eBay, das DMG von 4.1.0 kann ich bei Bedarf gerne zukommen lassen.

Für alle, die keine laufende 10.6-Installation mehr haben, fange ich mit der Anleitung an, Snow Leopard Client unter Fusion zu installieren ->



10.6 Snow Leopard

1.) Wir brauchen eine Snow Leopard Retail-DVD. Diese DVD müssen wir leicht verändern, so daß Fusion glaubt, es wäre eine Server-Version, die mit diesem Hypervisor noch ausführbar ist. Dazu legen wir die DVD in das Laufwerk, starten das Festplatten-Dienstprogramm, wählen das physikalische Laufwerk (in unserem Falle ist es das Laufwerk „SuperDrive“), in welchem die DVD und erstellen mit „Neues Image“ ein DVD-Master, Verschlüsselung aus. Die original DVD werfen wir nach dem Lesevorgang aus.

2.) Jetzt bearbeiten wir das fertige Image. Dazu mounten wir das Image mit folgendem Befehle

cd Desktop
hdiutil attach SuperDrive.cdr -shadow
touch '/Volumes/Mac OS X Install DVD/System/Library/CoreServices/ServerVersion.plist'


Danach werfen wir das Diskimage wieder aus. Auf dem Desktop befinden sich ein eine SuperDrive.cdr und eine SuperDrive.cdr.shadow

3.) Nun erstellen wir ein neues DVD-Master von der SuperDrive.cdr mit folgendem Terminal-Befehl:

hdiutil convert -format UDTO -o SuperDrive-Server.cdr SuperDrive.cdr -shadow

Wir können im Anschluss die SuperDrive.cdr und SuperDrive.cdr.shadow löschen und mit der SuperDrive-Server.cdr weitermachen.

4.) Wir erstellen eine VM in Fusion für 10.6 Server und wählen als Installationsmedium die eben erstellte SuperDrive-Server.cdr. Die Installation von Snow Leo sollte jetzt starten. Wir bestätigen die Sprachauswahl und wählen in den folgenden Dialogen das Installationsziel, aber klicken noch NICHT auf weiter !

5.) Nun starten wir über die Dienstprogramme das Terminal und geben folgenden Befehle ein:

mkdir -p '/Volumes/Macintosh HD/System/Library/CoreServices/'

touch '/Volumes/Macintosh HD/System/Library/CoreServices/ServerVersion.plist'


Nun schließen wir das Terminal und führen die Installation fort, denken aber daran, Rosetta und Quick Time 7 bei der Auswahl der Installationspakete anzuwählen. Die Installation wird je nach Geschwindigkeit des Hostspeichers bis 30 Minuten dauern, anschließend startet Fusion die VM und wir können unseren Benutzer einrichten. Bis auf weiteres bitte alle Updates von Snow Leopard unterlassen, es sind dafür noch weitere Schritte notwendig ! Idealerweise erstellen wir von der VM jetzt ein Snapshot oder eine Dateikopie.

6.) Als nächstes installieren wir die Vmware Tools in 10.6 und starten die VM neu.

7.) Im nächsten Schritt müssen wir dafür sorgen, daß die Updates eingespielt werden können.

Dazu starten wir zunächst Textedit, gehen in die Einstellungen und ändern das Format auf Reintext, entfernen bei automatischer Dateiendung das Häkchen bei .TXT und schliessen Textedit wieder.
Dann starten wir Textedit wieder, erzeugen eine neue Datei und fügen folgenden Text ein:


<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE plist PUBLIC "-//Apple Computer//DTD PLIST 1.0//EN"
"http://www.apple.com/DTDs/PropertyList-1.0.dtd">
<plist version="1.0">
<dict>
<key>Label</key>
<string>com.rectalogic.Vmware</string>
<key>ProgramArguments</key>
<array>
<string>/bin/bash</string>
<string>-c</string>
<string>/bin/rm -f /System/Library/CoreServices/ServerVersion.plist;
trap "/usr/bin/touch /System/Library/CoreServices/ServerVersion.plist;
exit" SIGINT SIGTERM SIGHUP; sleep 999999 & wait $!</string>
</array>
<key>KeepAlive</key>
<true/>
<key>RunAtLoad</key>
<true/>
</dict>
</plist>



Anschliessend speichern wir die Datei auf dem Desktop unter „com.rectalogic.Vmware.plist“ im Format Unicode UTF-8 Reintext ab. Bitte darauf achten, daß die TXT-Erweiterung abgehakt ist, damit die Dateiendung *.plist wird !

8.) Wir öffnen ein Finderfenster, navigieren in den Ordner:

/Macintosh HD/Library/LaunchDaemons/

und legen mithilfe von Authentifizierung durch unser Passwort die Datei dort ab.

Dann öffnen wir ein Terminal-Fenster und geben folgende Befehle ein:

sudo chown root:wheel /Library/LaunchDaemons/com.rectalogic.Vmware.plist

sudo launchctl load /Library/LaunchDaemons/com.rectalogic.Vmware.plist

Die Befehle sind ggf. mit Passwort zu bestätigen. Danach das Terminal schließen.

9.) Im Anschluss daran kann das System wie gehabt über Softwareaktualisierung komplett geupdatet werden. Das System 10.6 Snow Leopard ist nun vollständig einsatzbereit in Vmware Fusion und lässt sich mit wenigen Handgriffen in jede Parallels-Version bis 12 importieren.

10.) Dazu starten wir Parallels, öffnen über das Menü die Snow Leo VM und importieren diese. Nach dem Importvorgang schließen wir die eventuell fehlerhaft gestartete VM und editieren in den erweiterten Boot-Einstellungen der VM die Boot-Flags mit folgendem Wert:

vm.bios.efi=0

11.) Nun sollte auch in Parallels die Snow Leo-VM starten und wie in Fusion funktionieren. :-)



10.5 Leopard

Kommen wir nun zur Installation von 10.5 Leopard. Für diese Installation benötigen wir entweder unsere Fusion-VM von 10.6 Snow Leopard oder ein 10.7 unter Fusion. Parallels erlaubt leider keine verschachtelte Virtualisierung von Mac OS X. Außerdem ist die Fusion-Version 4.1.0 (es MUSS genau diese Version sein !) erforderlich, die wir in der VM installieren müssen, da nur die 4.1.0 den Support für die Leopard-Client-Installation bietet. Die 4.1.0 findet man leider nicht mehr bei Vmware; sie wurde ein paar Tage nach Bekanntwerden dieses „Bugs“ von den Servern genommen. Glücklicherweise habe ich eine DMG mit der Version 4.1.0 archiviert und kann diese auf Anfrage zuschicken.

1.) Zuerst installieren wir Vmware Fusion 4.1.0 in der Snow Leo- oder Lion-VM in Fusion. Ein 4er Lizenzschlüssel sollte funktionieren.

2.) Anschliessend erstellen wir eine neue VM mit 10.5 Leopard und weisen dem DVD-Laufwerk der VM entweder ein Image der original Leopard Installations-DVD oder ein physisches Laufwerk des Host zu.

3.) Nun starten wir die VM und können Leopard wie gewohnt installieren.

4.) Nach Abschluss der Installation steht 10.5 Leopard in Fusion 4.1.0 zur Verfügung. Idealerweise führen wir nun die notwendigen Systemupdates durch, installieren bei Bedarf die Vmware Tools und erstellen eine Sicherheitskopie der VM.

5.) Wir möchten natürlich, daß Leopard 10.5 auch in Fusion 7 oder 8 bzw. in Paralles zur Verfügung steht. In diesem Fall sollte wir die Vmware Tools in der VM NICHT installieren bzw. deinstallieren. Außerdem müssen wir noch die „ServerVersion.plist“ aus der virtuellen Snow Leopard-Installation in das gleiche Verzeichnis in der Leopard-VM kopieren, fertig ! Die VM kann nun problemlos mit Fusion 5 bis 8 geöffnet und ausgeführt werden. Ebenso ist der Import in Parallels möglich, der Schritt 10 aus der vorigen Anleitung ist dazu auch wieder für die Leopard-VM auszuführen.


Von den fertigen VMs sollte in jedem Fall ein Snapshot bzw. Backup erstellt werden. Leider habe ich bislang nicht geschafft 10.5 und 10.6 in VirtualBox von Oracle zu installieren bzw. die virtuellen Festplatten aus Fusion in VirtualBox vollständig hochzufahren; nach den Bootvorgang bekomme ich nach Laden des Kernels immer eine panic im CPU-Powermanagement der VM. Vielleicht kann das mal jemand untersuchen und uns mitteilen, was dagegen zu tun ist.

Euch Interessierten erst mal viel Spass mit dieser Anleitung ! Bei Fragen – einfach melden. :-)


P.S.
Man kann die Fusion-VMs auch problemlos mit Vmware Workstation 12 unter Windows 7, 8 oder 10 importieren und ausführen. Dazu ist ein Patch namens "unlocker" von Workstation nötig. Nähere Informationen dazu hier:

http://www.sysprobs.com/vmware-workstat ... -windows-7

Die Leistung der importierten VM unter Windows ist auf einem Core2Duo 2,4 GHz mit 4 GB RAM und schneller SSD sehr gut.
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von muki » 16 Feb 2017 - 3:18

wow!

danke!

da werd ich sicher nochmal darauf zurueckkommen,
wenn meine SL kiste mal eingegangen sein wird,
und ich aber trotzdem noch rosetta brauche

danke!
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von wonshu » 16 Feb 2017 - 9:12

Bei mir steht immer noch ein G5 rum aus genau diesem Grund.

Den hatte ich sogar lustigerweise vor 10 Tagen oder so mal wieder angemacht, um einen alten Song aufzumachen und die Sounds zu exportieren.

:-)

Best
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von future_former » 16 Feb 2017 - 9:49

Ich finde die Virtualisierung eleganter als eine dedizierte Maschine hinzustellen. Zumal ist eine VM uneingeschränkt mobil, man kann sie bei Bedarf auch im Internet versenden, in der Cloud backuppen etc... - okay, der Nutzen mag fraglich sein, dennoch habe ich selbst vor kurzem erst wieder Snow Leopard gebraucht, um ein altes Logic 7 Pro starten zu können.
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von wonshu » 16 Feb 2017 - 10:09

Na klar ist die Virtualisierung praktischer... macht aber auch mehr Ärger... ;-)
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von future_former » 16 Feb 2017 - 12:34

Ärger ? Inwiefern ? Diese Installation ist super einfach und wenn's einmal gemacht ist braucht man es nie wieder zu machen.
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Re: Virtualisierung von 10.5 und 10.6

Beitrag von wonshu » 17 Feb 2017 - 8:39

future_former hat geschrieben:Ärger ? Inwiefern ? Diese Installation ist super einfach und wenn's einmal gemacht ist braucht man es nie wieder zu machen.
Ich habe auch schon die eine oder andere Erfahrung mit VMs und software upgrades gemacht. Wie immer: wenn's läuft, läuft's, wenn nicht, nicht.

Ich meinte für mich: ich drücke den Knopf und die Maschine ist an. VMs müsste ich erst aufsetzen... mit ein paar Hacks => Arbeit...
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