Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

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spocintosh
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Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von spocintosh »

Ich hab hier ein fossiles USB-MIDI-Keyboard, mein erstes überhaupt, eine Keystation 49 - ohne Mk irgendwas, das Original. So alt, dass ich von der Version ohne aufgedruckte GM-Tabelle genau ein Bild im Netz gefunden habe, gekauft 2001 oder 2002.
Bis zum Eintreffen des Mininova war das auch immer mein Haupteingabegerät...nur selten hab ich die größere und bessere Tastatur vom Ensoniq EPS benutzt, wobei der dann aber eben auch ein MIDI-Interface brauchte.
Bei der Treiberversion 3.4.0 hat M-Audio dann aber Schluß gemacht mit der Unterstützung. Wenn ich mich recht erinnere, war daher ab 64bit MacOS Schicht im Schacht.

Mich nervt sowas ja immer und es zeckt dann irgendwie an mir. Immerhin ist mit Ende der Unterstützung eine ganze Reihe an Geräten zu Elektroschrott geworden, unter anderem die ganzen MIDISPORT Interfaces, sowie die Keystation, Oxygen und Radium Keyboards, alles extrem verbreitetes Zeug. Ich bin also sicher nicht der Einzige, den das nervt, funktionierende Geräte rumliegen zu haben, denen nur die Treiber fehlen.
Und da die Welt ja groß ist, gibt es immer wieder Sachen, die vielleicht erst mal wenig wahrscheinlich sind, aber dann doch passieren. Ich schau bei solchen latent zeckenden Dingen also doch ab und zu mal, ob sich nicht in den Weiten des weltweiten Netzes irgendwas Neues finden lässt.
Und Bingo.

Als Midiman ganz klein war, haben sie ihre MIDISPORT Treiber nicht selber entwickelt, sondern welche genommen, die ihnen von jemandem "gespendet" wurden, einem gewissen Leigh Smith. Und der hat nun seinen Teil des Codes reaktiviert und für 64bit fitgemacht. Ganze Story, sowie alle nötigen Files und Anleitung hier:
https://github.com/leighsmith/midisport ... me-ov-file

Zwar wird das olle Keystation nicht mal als getestet aufgelistet, aber es liegt einfach nahe, dass die Implementation ebenfalls dieselbe ist. Und was hab ich zu verlieren ? Im schlimmsten Fall geht's einfach nur immer noch nicht...das Gute an der Möhre ist, dass sie nicht nur USB hat, sondern auch DIN-MIDI, immerhin ist sie also eh nicht komplett Schrott.

Wichtig: Unbedingt exakt nach der Anleitung vorgehen, also XCode installieren, alle alten Treiber manuell entfernen, akribisch alle Pfade nach Resten durchsuchen, das verlinkte M-Audio Treiber .dmg laden, ungeöffnet im Downloads-Ordner belassen und seinen neuen MIDISPORT Installer die Arbeit machen lassen.

(Neustart am Rübenberge...Trommelwirbel)

Uuuuund AUDIO-MIDI Setup öffnen...yesss ! Da poppt tatsächlich ein Oxygen8 auf - und läuft.
Ich find's mega. Setup: Intel i9 auf Sonoma (obwohl da nur Ventura steht).

Bestimmt haben hier einige noch olle MIDISPORTs, Oxygen usw. rumliegen, die waren "damals" ja wirklich sozusagen Standard, weil es ja erst mal gar nicht so viel anderes gab.
Ich find's Hammer, die nun doch nicht wegwerfen zu müssen !
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hugoderwolf
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von hugoderwolf »

Ach wie witzig. Das giftgelbgrüne 2x2 hab ich seit Ewigkeiten in der "nützlichen Schublade" für Notfälle, aber ewig nicht gebraucht. War im Hinterkopf überzeugt, dass das Teil schon class-compliant ist. Aber dann darf es ja doch noch in der nützlichen Schublade bleiben. :mrgreen:
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Axel
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von Axel »

Habs hier auch mit dem 2x2 probiert- schon vor längerer Zeit. Der Entwickler ist rührig, und das erhalten von an sich tadelloser Hardware ehrenwert. Für meinen Einsatzzweck, 2 Livekeyboards, war der neue Treiber wg stuck notes aber nicht zu gebrauchen. Auf GitHub haben verschiedene Leute das gleiche Problem gehabt. Für mich daher: ja, aber nein :-/
Bringe es trotzdem nicht übers Herz, das 2x2 zu entsorgen 🤷‍♂️
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spocintosh
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von spocintosh »

Schick's doch unfrei zu M-Audio, sollen die es entsorgen. Mit 'nem "netten" Begleitschreiben per Email an den Support, in dem du dich etwas über Nachhaltigkeit auslässt. :mrgreen:
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Axel
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von Axel »

…hätte ich mit dem Apogee machen sollen, nachdem die keine 64Bit Treiber entwickeln wollten.
Oder meine RMEs, wenn Apple mit dem nächsten OS keine „fremden“ Kexte mehr erlaubt. :twisted:
Der Karton geht dann nach Cupertino…
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MarkDVC
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von MarkDVC »

Axel hat geschrieben: 29 Mai 2024 - 7:23
Oder meine RMEs, wenn Apple mit dem nächsten OS keine „fremden“ Kexte mehr erlaubt. :twisted:
RME entwickelt inzwischen passende Driver Kit Software, um Apple's neue Richtlinien gerecht zu werden:

https://rme-audio.de/de_driverkit-vs-ke ... nsion.html

Gruß

Mark
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hugoderwolf
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von hugoderwolf »

Da hab ich auch noch eine Story von neulich. Hatte vor Jahren nach der Umstellung auf M1 in der alten Bude mein Motu 828x außer Betrieb nehmen müssen und seitdem auf ein Babyface zurückgegriffen. Treiber hatten etwas gedauert und ausgerechnet für das Modell sollten die nur über Thunderbolt gehen, und das wäre verkabelungstechnisch sehr teuer und doof geworden. Das stimmte damals auch, ich hab's natürlich trotzdem mal probiert.
Im Zuge des Umzugs hab ich neulich nochmal geschaut, und das mit Thunderbolt only steht da immer noch, aber irgendwo hatte ich von einem gelesen, der das Ding mit USB am Laufen hat. Also nochmal ran, und auch nochmal den Support bemüht, und mit ein paar chirurgischen Eingriffen im Recovery Mode und paar Neustarts lief das Ding tatsächlich. Und zwar inclusive CueMix FX und seinem von mir heiß geliebten Analyzer und Scope. Ein großes Hallelujah! In neueren Interfaces und dem neuen viel besseren CueMix ist das glaube ich schon nicht mehr drin, bzw. funktioniert nur auf Inputs oder so.

Der Analyzer ist extrem hochauflösend und kann auch direkt die Signale vom Output abgreifen. Das Oszilloskop ebenso. Extrem nützliche Entwicklertools!
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MarkDVC
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von MarkDVC »

hugoderwolf hat geschrieben: 29 Mai 2024 - 8:24 von mir heiß geliebten Analyzer und Scope.
Meins Du Digicheck? Es gibt eine neue Version: https://forum.rme-audio.de/viewtopic.ph ... 47#p219147

Gruß

Mark
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hugoderwolf
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von hugoderwolf »

Nope, CueMix FX von Motu!
https://motu.com/techsupport/technotes/ ... ftanalysis

In Digicheck kann man ja nix sehen. ;)
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von MFPhouse »

Ich hab ähnliches auch von RME gehört mit Fireface 800.
Die dürfen nur nicht offiziell ( Rechtslage ) schreiben das das Fireface 800 zB unterstützt wird. Bei Apple läuft es sogar bis Ventura.
Einige Features und Apps laufen wohl nicht mehr, der Rest schlummert nur oder man behilft sich mit Adaptern.

Ich glaube so machen es viele Hersteller mittlerweile.
Ich kann sogar die FW anschlüsse von RME FW 800 als Adapter für uraltgerät benutzen die garnicht mehr unterstützt werden.
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spocintosh
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von spocintosh »

Von dem letzten Beitrag hab ich gerade nix verstanden. Wer macht was wie und was für ne Rechtslage ?
Was sollte es zum RME FF800 für Rechtslagen geben ?

Meins läuft jedenfalls auch unter Sonoma. Wenn es läuft, denn der Treiber will nicht so wie ich will, dazu vielleicht die Tage mal mehr (hoffentlich nicht)...und dafür gibt's auch noch kein Driver Kit. Hoffe, der kommt bald.
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von MFPhouse »

Zum mitschreiben.
Wenn DU offizell mit/in DEINEM Produkt wirbst das es mit Apple ( Name) kompatible ist, muss Apple das absegnen, sonst darfst Du mit deinem Produkt ( was den Namen Apple enthält) keine Werbung machen auch wenn es nur NUR um kompatibilität handelt .

So oder so ähnlich steht das irgendwo im amerikanischen Kleingedruckten.
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von hugoderwolf »

MFPhouse hat geschrieben: 30 Mai 2024 - 17:33 Zum mitschreiben.
Wenn DU offizell mit/in DEINEM Produkt wirbst das es mit Apple ( Name) kompatible ist, muss Apple das absegnen, sonst darfst Du mit deinem Produkt ( was den Namen Apple enthält) keine Werbung machen auch wenn es nur NUR um kompatibilität handelt .

So oder so ähnlich steht das irgendwo im amerikanischen Kleingedruckten.
Mit Verlaub, bei dem oberlehrerhaften Ton sollte es dann aber wenigstens auch stimmen. Der Verweis auf "irgendwo im amerikanischen Kleingedruckten" ist dann noch der Gipfel. Möge doch jemand anders sich die Mühe machen, EULAs zu wälzen. Ich gehe davon aus, du hast das nicht getan.

Apple segnet nur ab, was über den App Store vertrieben wird.

Vielmehr wird es möglicherweise so sein: je nachdem was RME in seinen eigenen Geschäftsbedingungen an Garantien oder Zusagen macht, oder wie die eigenen Policies in Sachen Qualitätssicherung sind, reicht es unter Umständen nicht, wenn es nur "funktioniert". Heißt also, wenn man sagt, etwas ist kompatibel, dann muss man es auch testen. Da können rechtliche Gründe hinter stehen (Garantien, Haftungen, Auflagen der Haftpflichtversicherung), aber auch Firmenphilosophie (wir halten Wort).
Testen heißt: Geräte und Installationen in sehr allen möglichen Varianten vorhalten, natürlich auch Tester die das bedienen, und oftmals auch bei der Weiterentwicklung länger auf veralteten Standards bleiben.

Beispiel: mit den SDKs in einem aktuellen Xcode kann man als Target bis 10.13 zurück. Je nachdem was drin ist, kann eine App oder was auch immer trotzdem mit früheren OSen funktionieren. Aber als Systemanforderung schreibt man natürlich vorsichtshalber 10.13 hin, weil man sich dabei hinreichend sicher sein kann. Schon allein aus Menschenverstand, nichtmal aus Haftungsgründen (in den meisten EULAs steht sinngemäß, dass keineswegs gewährleistet wird, dass man die Software für irgendwas gebrauchen kann, geschweige denn dass sie funktioniert).
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spocintosh
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Re: Uralte Midiman/M-Audio Treiber doch nicht tot

Beitrag von spocintosh »

Ich hatte es auch immer noch nicht verstanden. Irgendwie fehlt mir das ganze target für beide posts.
Es ging doch gar nicht um Rechtslagen, sondern um Funktion. Und mit absoluter Sicherheit stimmt es auch nicht, dass Apple zustimmen muss, wenn RME oder irgendwer sonst Geräte und Treiber baut und verkauft, die unter MacOS laufen sollen.
Apple mischt sich im App Store ein und bei Produkten, die sie zertifizieren, also etwa "made for iPhone" oder so. Dafür muss man sich dann selbsttätig und freiwillig bei Apple melden und zahlen, wenn man diesen Aufkleber gern auf seiner Produktverpackung haben möchte.
Das kann man aber auch lassen - so wie vermutlich etwa 99% aller Anbieter.

So hab ich es jedenfalls bisher verstanden.
Ich versteh allerdings immer noch nicht, inwiefern das im Zusammenhang mit CueMix, TotalMix oder MIDI-Treibern interessant ist, denn nichts davon kommt aus dem App Store, sondern grundsätzlich direkt von den Herstellern oder - wie in dem von mir geschilderten Fall - von Drittparteien.

Sorry, falls ich schwer von Begriff bin...
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