Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Alles zu Themen wie Mastering, Schalldämmung, etc.
Fragen zu Hardware Problemen bitte ins Mac OS, PC oder Hardware Forum!

Moderatoren: Tim, metalfish, bmc desgin, Mods

Antworten
Jukilo
Doppel-As
Beiträge: 131
Registriert: 16 Dez 2006 - 19:03

Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Jukilo »

Hallo,
hat es irgendeinen Nachteil, wenn man nur dreipolige (symmetrische) Klinkenkabel besitzt und an Monobuchsen verwendet? Ich habe überwiegend dreipolige, daher wollte ich fragen, ob ich damit für jeden Monofall gut ausgestattet bin. Will fragen: Reicht es nur dreipolige zu besitzen? (oder gibt es irgendwelche Monobuchsen, die damit Probleme haben könnten?)
Vielen Dank.
Mac Pro 2x 3,46 GHz 6-Core Intel Xeon; 48 GB Ram; Nvidia GeForce GTX 680; OS X Mojave; Logic X in Verbindung mit einem Roland RD 700GX Masterkeyboard und SPL-Crimson-Audio/Midi-Interface, 2x Genelec 8040A
Benutzeravatar
Peter Ostry
Mediator
Beiträge: 11241
Registriert: 13 Okt 2004 - 14:54
Logic Version: 0
Wohnort: Niederösterreich

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Peter Ostry »

 
Unsymmetrisch zu unsymmetrisch (balanced/balanced) kann man auch TRS Stecker verwenden. Der Ring-Anschluß hat einfach keinen Kontakt und übrig bleibt ein zweipoliges Kabel.

Schwierigkeiten können auftreten, wenn du symmetrisch mit unsymmetrisch verbindest. Das liegt nicht an den Buchsen, sondern hängt davon ab ob die symmetrische Seite Transformer, cross-coupled oder floating verwendet. Im besten und häufigsten Fall geht es, im zweitbesten Fall verlierst du 6 dB, im schlechten Fall brummt es oder funktioniert sonstwie nicht ordentlich.

Ein kleines Helferlein ist der Behringer HD400. Wenn du so etwas hast und zwei TS Kabelstücke, kommst du mit der Konvertierung fast immer durch. Die Box kann man in beide Richtungen betreiben, also auch Ausgang zu Eingang. Wenn dir Impedanzen etwas sagen, ist die Spezifikation im Manual interessant. Klangänderung konnte ich noch nie feststellen, die beiden Übertrager (viel mehr ist ja nicht drin) dürften gut sein.

Wenns wirklich einmal gar nicht will, helfen nur Löten, probieren und die Rane Note 110 für Vorschläge.

... und/oder überprüfen was man überhaupt macht. Ich hab schon mal mit Steckern gebastelt,
um dann draufzukommen, dass nicht die Stecker, sondern der Pegel falsch war ...
Luft mit Bildungsauftrag:
Live Windharfe der Uni Ulm.
Benutzeravatar
Clemens Erwe
Moderator
Beiträge: 5664
Registriert: 22 Mai 2009 - 8:25

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Clemens Erwe »

Jukilo hat geschrieben: 26 Sep 2022 - 17:05 (oder gibt es irgendwelche Monobuchsen, die damit Probleme haben könnten?)
Ich kann mich (leider nur dunkel) an einige Keyboards/Synths erinnern, bei denen der linke Ausgang nur Mono ist, wenn ein TS-Kabel (Monoklinke) angeschlossen ist. Wird ein TRS-Kabel (Stereoklinke) verwendet, liegt ein Stereosignal an.
(Ich meine, das wäre z.B. bei älteren Yamaha Tyros so gewesen)

Generell bin ich bei Peter. Kurze Monoklinke-Patchkabel plus HD400 als schweizer Taschenmesser :)
Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Benutzeravatar
Peter Ostry
Mediator
Beiträge: 11241
Registriert: 13 Okt 2004 - 14:54
Logic Version: 0
Wohnort: Niederösterreich

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Peter Ostry »

Clemens Erwe hat geschrieben: 26 Sep 2022 - 20:43Ich kann mich (leider nur dunkel) an einige Keyboards/Synths erinnern, bei denen der linke Ausgang nur Mono ist, wenn ein TS-Kabel (Monoklinke) angeschlossen ist. Wird ein TRS-Kabel (Stereoklinke) verwendet, liegt ein Stereosignal an.
Vermutlich ist links ein Stereoausgang für TRS, dessen Mittelkontakt von einem TS Stecker gegen Masse kurzgeschlossen wird. Demnach müsste die rechte Buchse einen Schalter haben, der beim Einstecken den Kurzschluss aufhebt und den rechten Kanal rechts raus lässt.

Gutes Beispiel. In dem Fall würde man mit zwei TRS Kabeln keine Freude haben. Im linken Kabel wäre das Signal nicht +/- sondern links/rechts und eine symmetrische Eingangsstufe liefert, wie sie es gelernt hat, das Differenzsignal. Zwei TS Kabel und ein HD400 dran und die Welt ist zweikanalig symmetrisch.
Luft mit Bildungsauftrag:
Live Windharfe der Uni Ulm.
Jukilo
Doppel-As
Beiträge: 131
Registriert: 16 Dez 2006 - 19:03

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Jukilo »

Hi Leute, danke für die Antworten!
Okay, das heißt also mit kurzen zweipoligen Klinkenkabeln und der MicroHD400 und langen dreipoligen Klinkenkabeln wäre ich in der Kombi für alles gerüstet was mit Klinke verbunden werden kann.

Eine Frage noch zu der MicroHD400: Was ist der Unterschied zu einer DI Box? Ich besitze nämlich zwei passive DI-Boxen (https://www.thomann.de/at/palmer_pan_01.htm), machen die nicht im Grunde das Gleiche? (nur dass eben auch per XLR raus gegangen werden kann)
Mac Pro 2x 3,46 GHz 6-Core Intel Xeon; 48 GB Ram; Nvidia GeForce GTX 680; OS X Mojave; Logic X in Verbindung mit einem Roland RD 700GX Masterkeyboard und SPL-Crimson-Audio/Midi-Interface, 2x Genelec 8040A
Benutzeravatar
Peter Ostry
Mediator
Beiträge: 11241
Registriert: 13 Okt 2004 - 14:54
Logic Version: 0
Wohnort: Niederösterreich

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Peter Ostry »

Jukilo hat geschrieben: 05 Okt 2022 - 14:31 Okay, das heißt also mit kurzen zweipoligen Klinkenkabeln und der MicroHD400 und langen dreipoligen Klinkenkabeln wäre ich in der Kombi für alles gerüstet was mit Klinke verbunden werden kann.
Sagen wir "meistens".
 
Jukilo hat geschrieben: 05 Okt 2022 - 14:31Eine Frage noch zu der MicroHD400: Was ist der Unterschied zu einer DI Box?
Heute nennt man alle Geräte für "transformer isolated conversion" DI-Box. Also ja, prinzipiell tut eine passive DI-Box das Gleiche. Aber es tun nicht alle gleich dasselbe ;-)

Eine für Musiker übliche DI-Box hat am Eingang eine Impedanz von mindestens 1 MΩ, was für passive Pickups und Synthesizer gut ist. Manche haben ca. 2 MΩ, die sind auch für Piezos geeignet. Die Ausgangsimpedanz ist möglichst niedrig, was das Zielgerät freut. Passive DI-Boxen funktionieren meist auch anders rum, zum Beispiel vom Audio Interface zum Gitarrenverstärker, für Re-Amping. Dass der niederohmige Ausgang der DI-Box dann der Eingang ist und vielleicht Ausgang der Box und Eingang des Amps dieselbe Impedanz haben, lassen einen Techniker gruseln, geht aber normalerweise. Diese Impedanzgeschichten sind oft der Grund für komische Signale, Brumm, Höhenverlust, Geklirre etc. Außerdem haben übliche DI-Boxen oft einen eigenen Klang, den man mag oder nicht.

Der HD400 hat zwei kleine neutrale Transformer speziell für die transformer-basierte Trennung der Signale. Ein paar Widerstände sind glaube ich auch drin und eine schlaue Beschaltung der Buchsen. Klangunterschied konnte ich noch keinen feststellen und im Rack hatte ich an jedem unsymmetrischen Gerät so ein Ding hängen. Die Ein- und Ausgangsimpedanzen sind 500 bzw. 600 Ω. Das Ding kann also keine "musikalische" DI-Box ersetzen. Es ist eher ein Werkzeug für problematische Verbindungen.

In der Spezifikation der Anschlüsse des HD400 steht übrigens "balanced", aber natürlich nehmen die auch TS Klinken freudig an und ich verwende sie nur für TS<>TRS. TS<>TS muss nicht funktionieren. TRS<>TRS sollte, aber manchmal nützt es nichts. Dann kommt der Brumm von woanders.
Luft mit Bildungsauftrag:
Live Windharfe der Uni Ulm.
Jukilo
Doppel-As
Beiträge: 131
Registriert: 16 Dez 2006 - 19:03

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Jukilo »

Okay danke für die Infos!
Nichtsdestotrotz könnte ich mir ja genauso gut anstatt den MicorHD 400 dann von dem Geld doch längere Monokabel für mein Sortiment kaufen. Mir ging es ja nicht um irgendwelche Störgeräusche, sondern nur um Anschluss-Kompatibilität.
Mac Pro 2x 3,46 GHz 6-Core Intel Xeon; 48 GB Ram; Nvidia GeForce GTX 680; OS X Mojave; Logic X in Verbindung mit einem Roland RD 700GX Masterkeyboard und SPL-Crimson-Audio/Midi-Interface, 2x Genelec 8040A
Benutzeravatar
Peter Ostry
Mediator
Beiträge: 11241
Registriert: 13 Okt 2004 - 14:54
Logic Version: 0
Wohnort: Niederösterreich

Re: Zweipolige 6,3mm Klinkenkabel immer verwenden

Beitrag von Peter Ostry »

Ja. Wenn deine Geräte alle mit TS Klinken umgehen können, die Kabel nicht allzu lang sind und nicht durch Netzgeräte, Dimmer, unruhige Stromversorgung etc. gestört werden, kannst du auch mit längeren Monokabeln arbeiten. Wenn du mal auf symmetrische Verbindung gehen musst, kannst du immer noch einen HD400 besorgen.
Luft mit Bildungsauftrag:
Live Windharfe der Uni Ulm.
Antworten