In den Summen-Limiter mixen

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Mickie
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In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von Mickie » 26 Okt 2012 - 11:28

Folgendes Szenario: Habe angefangen einen Song zu mixen: Grundsounds eingestellt, Panning und erste Räume verteilt, ein bisschen Schnicki-Schnacki und nochmal ein bisschen die Frequenzen bearbeitet. War dann auch soweit schon ganz gut und dann wollte ich mal hören, wie sich das später mit einem Limiter beim Mastern anhören könnte. Den Add-Limiter auf eine leichte Lautheit eingestellt, den Mix erstmal für okay befunden, abgespeichert und das Studio runtergefahren.

Eine Woche später wieder an Mix gesetzt und angehört. Boa! dachte ich, ist ja schon ganz ordentlich und habe weiter gefummelt und fand das immer besser. Nach einer halben Stunde merkte ich: Shit - der Limiter ist noch drin, den hatte ich vor dem Speichern vergessen wieder herauszunehmen.

Mich hat das irgendwie erschrocken, weil ich irgendwie festgestellt habe, wie sehr man sich scheinbar schon an den Mastering-Loudness-War-Limiter-Sound gewöhnt hat. Wobei ich hier unbedingt anmerken möchte, dass ich eher auf das "Dezente" und nicht auf das "Überkomprimierte" stehe.

Allerdings hat sich mir auch die Frage gestellt, ob ich nicht meine Arbeitsweise ändern sollte und gleich in den Limiter mixen sollte. Gegenhören tut man es sowieso irgendwann. Den Mix kann man ja am Ende ohne Limiter bouncen und alles ist gut. Natürlich weiss ich auch, dass Limiter in ihrem Sound und der Arbeitweisse auch zu unerschiedlichen Ergebnissen im Klang kommen können.

Deshalb meine Frage: Wie macht ihr das?
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von Wizz » 26 Okt 2012 - 11:39

wenns leise geil klingt klingt es laut um besser...ich Denkmal die frage muss jeder für sich selbst entscheiden es gibt keine Formel...ist mir auch schon oft passiert das ich den limitier ausversehen drin gelassen habe...meistens war das dekonstruktiv...

ich für mein teil rate davon ab.

gruß
w
XYZ

Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von XYZ » 01 Nov 2012 - 21:14

Bei mir hat das immer in die Katastrophe geführt da ich die echte Dynamik, also die die sich die Musiker gedacht haben, nie gehört habe.
Was ich auf der Summe gern hatte war dezent die Peaks der Transienten abrasieren mittels Enveloper und dahinter ganz dezent ein wenig Waves SSL Komprssor... aber nicht viel nur 0,5-1 db chen.

Muss man selbst rausfinden.
Ich denke man lässt sich da leicht durch Lautstärke Zugewinn ins Boxhorn jagen.
Man denkt dann wat ein Fetter Mix, aber ob das zum Ziel führt... dann könnte es ja jeder und ich habe schon unter Beweis gestellt, auf grandiose wiese, das ich voll daneben lag.
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jarguzzi
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von jarguzzi » 02 Nov 2012 - 10:07

Ich hab einen Premasterbus auf den alle Spuren geroutet sind und in dem ist eine Summenkompression eingesetzt. Kein Limiter. Nur zum Spitzenschneiden 1 max 2 db GR.
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von Robse » 02 Nov 2012 - 13:31

Ich hab jahrelang ohne irgendwas im Masterbus gemischt. Seit ca. 2-3 Jahren gehe ich jedoch so vor:

Ich achte peinlichst genau auf meine Levels und versuche diese über diverse Ebenen (Gainstage) laufen zu lassen und diese so zu schichten. Dabei schaue ich meist, dass z.b. die Drums nie über -10db gehen. Sobald der Bass dazukommt, dürfen es max. 3db mehr sein usw es darf aber nie ein Gesamtpegel vom kompletten Mix von -6db max. -5db überschritten werden. Das ganze geht dann aber auch nicht auf den Master sondern auf einen PreMasterbus.

Meiner Erfahrung nach ist "leises" Mischen besser - sprich den Pegel des gesamten Mixes erstmal leise zu fahren. Viele versuchen von Anfang an "laut" zu Mischen und den Mix entsprechend heiß zu fahren. Hinterher geht einem dann meist die Puste bezüglich Headroom aus. Der ein oder andere mag jetzt vielleicht schmunzeln - aber das hab ich von Hans Zimmer gelernt. Dieser spricht oft davon, einfach alles leise zu halten. Die Wucht in seinen Stücken und Kompositionen kommt nicht vom laut spielen, sondern die Dynamik gezielt zu nutzen.

Damit ich ein Gefühl bekomme wie sich der Mix auch "laut" verhält gehe ich inzwischen dazu über einen Limiter auf den PreMaster zu hängen und dort mit ordentlich Gain aufzudrehen so dass ich max 0,5 - 1db GR habe um einfach nur die Spitzen abzufangen. Damit kann ich auch sehen ob irgend ein Level zu arg reinhaut, sobald diese 0,5 - 1db GR überschritten werden. Wenn ich den Mix dann wieder "leise" hören will, schalte ich den Limiter wieder ab. So kann ich immer hin und her switchen.

Vorteil ist auch dann, dass ich auf einer separaten Spur einen gemasterten Vergleichstrack laufen kann. Da mein Masterbus nicht "mastert" kann ich bequem zwischen meinem Mix (mit Limiter als "pre" Master) auf meinem Presmasterbus zum vergleich umschalten.

Bevor dann der Mix komplett und final gezogen wird, kommt der Limiter wieder raus und ich hab dann immer schön 5-6db Headroom fürs Mastern.

Für mich hat sich diese Methode bewährt, seitdem fällt mir das Balancen in den Mixen leichter und meine Mixe sind auch besser. Natürlich ist das für jeden anders und sicherlich auch abhängig von Musik und Material was man mischt. Daher kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit und auch kein Allwissendes "so isses" :p.

Zum Loudness War: Generell mische und "mastere" (wenn man da von Mastern sprechen kann) meine Tracks immer nach Bedarf zum Stück und nicht nach "ich hol jetzt noch ein Quentchen db mehr raus um die Presswurst zu perfektionieren". Wenns einer laut hören will -> Volume Knopf an Anlage, CD Player watt auch immer.
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von MarkDVC » 02 Nov 2012 - 13:53

Klasse Anleitung Robse - ich habe die als FAQ gelinkt, hoffe, das ist OK so?

http://www.logicuser.de/forum/viewtopic ... 62#p522562

Gruß

Mark
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von Robse » 02 Nov 2012 - 14:04

Uuups klaro gerne, danke Mark :).

Aber wie geschrieben: Das ist meine Methode die ich mir in den letzen Jahren durch viel lesen von Interviews mit Produzenten und deren Arbeitsweise für mich erarbeitet habe. Das kann für jeden wieder anders aussehen.
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Re: In den Summen-Limiter mixen

Beitrag von alexander » 02 Nov 2012 - 17:15

limiter an und abschalten ist eine gute idee, das kann ich unterschreiben. wenn man den immer drin lässt können die sachen ziemlich krank klingen wenn man ihn mal rausnimmt am ende. speziell wenn man tools wie den transient desginer o.ä. im einsatz hat. grundsätzlich halte ich es für eine gute idee so zu mischen dass es ohne summen kompression und limiting schon mal super klingt, ein bissl lauter machen kann man dann immer noch, und es wird dann noch einen kick besser klingen.

von unterpegeligem aufnehmen und mischen halte ich allerdings nicht viel, bei mir sind die einzelnen tracks möglichst heiss aufgenommen (die simulation-plugins arbeiten sonst ja auch nicht optimal imo, auch wenn ich schon gegenteiliges gehört habe), ergo zieh ich in der summe immer um etliche db runter (irgendwas zwischen minus 6 und minus 18, je nach track und wie aufgenommen wurde). das tut nicht weh weil eh mit 32bit float gemischt wird, und am ende ist alles wieder im grünen bereich. und plugins wie die ssl simulation von waves werden ordentlich angeregt ein paar harmonische zu produzieren.

wie schon in "mixing with your mind" steht: wenn man analog leiser macht wird das rauschen auch leiser. digital ist es umgekehrt...
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