Sonalksis SV315/SV517

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Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von Tim » 08 Feb 2014 - 23:42

Sonalksis SV315/SV517

Relativ neu im Geschäft ist die britische Firma Sonalksis, von denen die beiden Plugins SV315 (Kompressor) und SV517 (Equalizer) stammen, die mittels ?Space-State-Technology? einen ?analogen? Klang zaubern sollen. Diesen Plugins eilt ein sehr guter Ruf vorraus, und die Tatsache daß die Schöpfer früher in keinem geringeren Haus als NEVE arbeiteten machte mich gespannt. Angenehm überrascht bin ich schon vor dem ersten Test: Die SV-Serie gibt es in allen Varianten: für MacOS 9 als VST, für OSX als VST und AU und als VST für die PC-Plattform.

SV315:
Die Oberfläche dieses Kompressors mutet wie ein Hardwaregerät an. Kein flippiges Design, sondern pro Funktion ein Regler, klar und logisch gegliedert, sehr schön. Nur die Parameter des ebenfalls integrierten Limiters musste ich teilweise suchen bzw in der Anleitung (pdf) nachlesen. Man findet eine Kompressorsektion mit frei verstellbarem Knee (von ultrasoft bis hart), zwei wählbaren Charakteristika (klassisch und eher modern) und zwei Reglern zur Bearbeitung von Transienten (?crush? und ?hold?, ersterer beeinflusst die Sättigung der Verstärkerstufe, zweiter die Attack/Releasezeiten). Weiterhin ein Feature der SV-Serie: Es gibt zwei ?Presets? (A und B), in die temporär Einstellungen gespeichert werden können, somit lässt sich schnell und elegant ein ?AB-Vergleich? zweier Einstellungen machen. Ebenfalls integriert ist ein zuschaltschaltbarer Limiter mit zwei Geschwindigkeiten (fast/slow) und Threshold. Weiterhin erwähnenswert ist eine sog. ?Anti-Breathe? Automatik, die wirksam scharfe Attacks nach Signalpausen verhindert. Bei dem Ungang mit dem Kompressor fallen mir folgende Sachen auf:
? Attack und Release sind im Wertebereich eingeschränkt, aber Sinnvoll meines erachtens (Attack von 0,5ms-50ms, Release von 50ms-2,5 sec). Beim Release kann man auf Wunsch ein ?Autorelease? aktivieren, der sehr schön arbeitet.
? Ein bisschen ?fummelig? reagieren bei mir die An/aus-Knöpfe. Ein bisschen zu lange geklickt, und der Knopf springt zB von aus auf an und wieder aus, statt umzuschalten.
? Die grafische Anzeige ist sehr gelungen, man sieht alle Einstellungen sehr schön und hat den Arbeitspunkt immer im Blick. Auch kann man mittels ?Handles? die wichtigsten Parameter im grafischen Fenster verstellen.

Und wie klingt er? Auf keinen Fall dezent oder zurückhaltend... sondern mit viel akustischem ?Fingerabdruck? und unglaublich gut. Selbst derbe Kompression klingt sauber und ohne unschöne Regelungen oder ?zappeln?, Egal ob Vocals oder Drumloops, man hat mit dem SV315 sehr schnell die gewünschte Kompression, und alles klingt fett, druckvoll... ja ich gebrauche da doch glatt das Unwort ?analog?! Und der Limiter ist beim Sonalksis keineswegs nur als ?Clippingbremse? zu gebrauchen, im Zusammenspiel mit dem Kompressor gibt es beinahe keine Dynamikbearbeitung die man nicht hinbekommt. Auf jeden Fall meine neue Wunderwaffe und Hauptspielzeug!


SV517:
Hierbei handelt es sich um einen Equalizer mit 4 Bändern plus Hi/Lowcut. Die Bänder sind dabei wie folgt:
1. Band schaltbar zwischen lowshelf oder parametrisch, 15-350 Hz Regelbereich
2. Band Parametrisch 50Hz-1,7kHz
3. Band parametrisch 570Hz-18kHz
4. Band schaltbar zwischen highshelf oder parametrisch, 2,15 kHz-20 kHz
Möglich sind Boosts/Cuts im Bereich von -18 bis +18dB. Wie schon erwähnt kommt dazu noch je ein schaltbarer unabhäniger High- und Lowcut hinzu, mit der Flankensteilheit 6,12 oder 24dB/Okave.

Wie beim SV315 hat man wieder die A/B- Presets für schnelle Vergleiche. Interessant wird es dann unten links: Man hat für die Shelfs zwei verschiedene, für die Glockenkurven drei verschiedene ?Styles?, die die Steilheit und Art je nach Stärke der Anhebung/Absenkung beeinflussen. ZB die Einstellungen für die Glockenkurven:

I entspricht einer eher ?klassischen? Art... die Glocke ist bei geringen Gainwerten eher breit, mit zunehmender Anhebung wird die Glocke enger.

II ist eine sehr sanfte, ziemlich breite Glockencharakterisik, die bei höheren Gainwerten recht flott und stark enger wird.

III ist eine ?standard?Kurve, bei dem die Breite nicht variiert.
Auch schaltbar ist eine unsymmetrie der Kurven zwischen Anhebung und Absenkung: Dann wird eine Anhebung breiter, eine Absenkung schmaler.

Wohlgemerkt ist bei alldem der Q-Faktor der parametrischen Bänder jederzeit justierbar. Aber was soll das ganze? Ganz einfach: Viele alte und hochgeschätzte klassische Equalizer haben genau solche Eigenheiten, die den spezifischen EQ-Klang ausmachen, und eben diese kann man mit dem SV517 imitieren. Zudem sind diese ?Styles? ziemlich musikalisch und kommen einem häufig entgegen, wodurch einige Nachjustierungen enfallen, wenn man mal das Konzept kapiert hat. Im Gebrauch stolper ich auch hier wieder über die An/Ausknöpfe.. vielleicht auch nur Gewöhnung. Ansonsten gefällt mir wieder die klare Oberfläche, das grafische Fenster (in dem sich auf Wunsch auch die Filter bedienen lassen). Die Unsymmetrie ist praktisch, um zB schnell störende Frequenzen zu finden: Anhebung breit, Durchfahren, absenken dann schmal einfach durch drehen am Gainregler, ohne am Q groß zu drehen. Schön!
Und der Klang? Auch wenn wieder viele schimpfen: Analog, sauber, charakterstark. Höhenanhebungen klingen nicht scharf, sondern seidig und angenehm, ein lowcut ab 30 Hz versaut nicht den Tiefbassbereich, jegliche Frequenzverbiegungen klingen so wie sie sollen und niemals topfig oder blechern... das Signal klingt nicht ?EQ´t?, sondern einfach anders als vorher. Genau wie es sein soll.

Fazit:
Ich bin voll und ganz überzeugt von diesem Bundle. Klanglich stark, Bedienung/Handling bis auf Winzigkeiten (Toggleswitches) einfach und praktisch, Systemanforderungen ziemlich gering, super Latenz (falls man die mal auf Bussen einsetzt nicht unwichtig). Wie kam ich bisher ohne aus? Alle Daumen hoch die ich habe für diese Plugins!

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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von D-Liner 2000 » 14 Feb 2014 - 23:15

danke für den artikel. bestätigt auch meinen eindruck. habe den kompressor lange und gerne benutzt. wer es analoger mag, der kann wie ich dann eben nur auf echt-analog updaten. ich habe den api und muss sagen dass der sehr nah dran ist. die beiden komps machen bei mir sachen dichter oder kompakter. habe ihn also vorzugsweise auf der summe.

also auch meine empfehlung ilike
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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von tazy » 10 Nov 2014 - 13:57

Auch wenn wieder viele schimpfen: Analog, sauber, charakterstark. Höhenanhebungen klingen nicht scharf, sondern seidig und angenehm, ein lowcut ab 30 Hz versaut nicht den Tiefbassbereich, jegliche Frequenzverbiegungen klingen so wie sie sollen und niemals topfig oder blechern... das Signal klingt nicht ?EQ´t????
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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von Stephan S » 10 Nov 2014 - 14:15

Fand ich auch mal gut. Und 2008 kamen sogar neue 32bit Versionen heraus...
‹(•¿•)›
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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von rz70 » 10 Nov 2014 - 18:09

benutze ich auch immer noch ab und zu. Die 64 Bit Versionen laufen auch ohne Probleme. Das Interface könnte mal eine Überarbeitung erhalten. Ist halt alles sehr klein für heute. Die Augen werde nicht besser :-)

Gruß
Richard
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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von Axel » 11 Nov 2014 - 0:36

Tim hat geschrieben:Sonalksis SV315/SV517

Relativ neu im Geschäft ist die britische Firma Sonalksis...
Dann bin ich aber für ein neues Unterforum "Antiquitäten".
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Re: Sonalksis SV315/SV517

Beitrag von Tim » 11 Nov 2014 - 9:49

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