ASIO Overload

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Tim
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ASIO Overload

Beitrag von Tim »

ASIO Overload

Da das Problem der ASIO- oder System Overloads leider häufiger auftritt, haben wir uns die Mühe gemacht, ein paar Lösungsansätze zusammen zu fassen.

Ein ASIO- oder Systemoverload kommt in der Regel zu stande, wenn der Audiodatenfluß über den PCI Bus gestört ist, die entsprechenden Samples also nicht im Sync oder Timing-gerecht nachgeführt werden können. Dies kann durch einiges verursacht werden.

Zuallererst solltest Du auf die aktuelle Version von Logic updaten! Diese kann unter www.emagic.de heruntergeladen werden.

Sind alle Treiber auf dem neusten Stand? Oft treten Probleme auch durch veraltete Treiber auf, in erster Linie die der Audiokarte. Aber auch andere Geräte und deren Treiber, die Daten auf dem PCI Bus versenden oder empfangen, können den Datentransfer der Audiokarte beeinflussen und so zu einer Störung der Timing-gerechten Nachführung der Audiodaten führen.

Unter Berichte / Microsoft / Windows Tuning findest Du einige Tipps zur Windows XP Optimierung, die Du auf jeden Fall durchführen solltest. Viele Tipps lassen sich auch auf Windows 2000 anwenden.

Ist der DMA Modus der Festplatte(n) aktiviert? Aktivieren kann man den DMA Modus im ?Gerätemanager > Laufwerke > Eigenschaften".

Wenn du ein Mainboard mit VIA Chipsatz nutzt, kann das Overload Problem auch durch nicht installierte oder veraltete VIA 4in1-Treiber verursacht werden. Diese können unter www.viatech.com im Downloadbereich heruntergeladen werden.

In Logic unter "Audio/Audiohardware & Treiber" ist NICHT zufällig deine Audiohardware sowohl unter PC AV als auch ASIO eingetragen? Auch anderes wie bspw. Direct I/O darf nicht aktiviert sein. Eine Audiohardware darf immer nur mit einer Audioschnittstelle in Logic eingebungen sein, was in den meisten Fällen sinnvollerweise die ASIO Schnittstelle sein wird.

Um ASIO mit niedrigsten Latenzen unter Windows 2000/XP auch mit nur einer CPU nutzen zu können, muss die Systemleistung auf Hintergrundbetrieb optimiert werden. Dies geschieht über ?Systemsteuerung/System/Erweitert/Systemleistungsoptionen". Hier die Vorgabe 'Applikationen' ändern zu 'Hintergrunddienste'.

Hast Du Deine Audiohardware unter ?Systemsteuerung/Multimedia/Audio" (nur win98) als Abspiel- und Aufnahmegeräte eingetragen? Deaktiviere diese und stelle dort "verfügbares Gerät verwenden" ein. Diesen Eintrag findest Du im Drop Down Menü.

Falls noch eine zusätzliche Audio-/Soundkarte im Rechner installiert ist, sollte diese unter "Start/Systemsteuerung/Sounds und Audiogeräte/Audio" (win xp) als Standardgerät für Playback und Recording eingestellt werden.

Audio- und Midihardware sollten in einem Musikrechner einen eigenen IRQ zur Verfügung haben, um PCI-Bus Probleme zu vermeiden. Auch der USB sollte einen eigenen IRQ nutzen können, wenn darüber Midi oder Audio betrieben wird. Daher sollte möglichst kein sogenanntes IRQ Sharing betrieben werden, auch wenn viele Hersteller Ihrer Hardware den Betrieb mit IRQ Sharing attestieren. Dies kann überprüft werden, in dem man sich über den Gerätemanager eine Auflistung ALLER Geräte und der zugewisenen IRQs im Rechner anzeigen lässt. Auch wenn in den Eigenschaften der Audiokarte ?keine Konflikte" angezeigt wird, sollte man sich darauf nicht verlassen. Dies gibt keine Auskunft über vorhandenes IRQ Sharing.

Unter Win XP kann im Gerätemanager (Startmenue/Einstellungen/Systemsteuerung/System/Hardware/Geraete-Manager) geprüft werden, ob ein Hardware-Konflikt vorliegt, indem über das Menue ?Ansicht" die Option ?Ressourcen nach Verbindung" angewählt wird. Über den Eintrag ?Interruptnaforderung(IRQ)" wird dann eine Listen-Übersicht angezeigt, in der alle IRQs und die entsprechend zugewiesenen Geraete aufgelistet werden. Unter Win98 doppelklickt man im Gerätermanager an oberster Stelle auf den Eintrag ?Computer", um eine Listenübersicht anzeigen zu lassen.

Um IRQ Sharing zu unterbinden, kann man die Audiokarte in einen anderen PCI-Slot einsetzen oder weitere installierte PCI Karten in andere PCI Slots umstecken. Achtung: Nicht jeder beliebige PCI Slot kann mit einem eigenen IRQ betrieben werden. Denn PCI Slots sind teilweise festverdrahtet mit anderen Geräten auf dem Mainboard des Rechners. Daher sollte vorher im Handbuch des Mainboards nachgesehen werden, welche Slots überhaupt mit einem eingen IRQ betrieben werden koennen.

Viele Audiokarten bieten inzwischen eine grössere Anzahl von Ein- und Ausgängen an. Wenn in Logic im Audiotreibermenü alle Ein- und Ausgänge aktiviert sind, kostet dies durchaus einiges an Rechnerperformance, was vor allem bei älteren und schwächeren Rechnern bei hoher Systemlast eher zu Systemoverloads führen kann. Daher sollte man in diesem Falle die Ein- und Ausgänge auf die unbedingt nötige bzw. genutzte Anzahl reduzieren.

Auch ein problematischer Miditreiber kann zu einer Overload Meldung führen, da Logic sich auf die Midiengine synchronisiert. Läuft also die Midiengine nicht stabil, kann der Audiokartentreiber sich nicht vernünftig darauf synchronisieren, es kommt zu Fehlern in der Audiodaten-Nachführung, was sowohl zu einer Sync-Fehlermeldungsausgabe als auch zu einer Overload Meldung führen kann.
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