Logic Audio - Performance-Verdoppelung bei Dual Pr

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Logic Audio - Performance-Verdoppelung bei Dual Pr

Beitrag von Tim »

Logic Audio - Performance-Verdoppelung bei Dual Prozessor Mac

Freitag, 01 Oktober 2004
Dual Prozessoren werden von Logic Audio Mac nur bedingt unterstützt. Logic benutzt nicht, wie vielleicht angenommen, beide CPU's gleichberechtigt um z.B. Audio PlugIns zu berechnen, sondern legt die Audioberechnungen fast ausschliesslich auf den 2. Prozessor. Der erste Prozessor zeichnet sich hauptsächlich für die Berechnung der graphischen Oberfläche sowie für die Midiausgabe verantwortlich. Durch diese strikte Trennung ergibt sich ein nur geringer Vorteil gegenüber Single Prozessor Macs, der hauptsächlich darin besteht, dass es trotz hoher Systemauslastung auf Seiten der Audio Berechnung nicht zu einem langsameren Graphikaufbau kommt und man immer ein stabiles Midi-Timing hat.

Allerdings werden auch so genannte Live-Kanäle (Inputs, Aux..etc), also überall da wo PlugIns in Echtzeit auf ein "durchgeschliffenes" Audiosignal berechnet werden, auf dem ersten Prozessor berechnet und genau dies machen wir uns zu nutze:

Das i/o PlugIn (im PlugIn Ordner unter Logic->helper->i/o) macht nichts Anderes, als das anliegende Audiosignal Live aus einem physikalischen Ausgang zu schicken und es durch einen Eingang wieder zurückzuführen. Es stellt also einen physikalischen Insert weg zur Verfügung um z.B. externe analoge Kompressoren einzubinden. Durch diesen Vorgang wird der Kanalzug von einer reinen Rechnerinternen Berechnung zu einem "Live" Kanal.

In der Praxis kann man somit jeden beliebigen Kanal (Audiotrack, Instrument, Bus...etc.) in einen Live Kanal umwandeln und ihn somit auf dem ersten Prozessor berechnen lassen. Das heisst, dass alle PlugIns, die sich in diesem Kanalzug befinden, vom ersten Prozessor verarbeitet werden.

Dabei geht man wie folgt vor:

Man sucht sich einen Kanal aus, der z.B. besonders rechenintensive PlugIns enthält (Reverbs..etc.). Dort setzt man das i/o PlugIn ein, stellt einen existierenden Input und Output ein (nicht -----, wie es Default mäßig eingestellt ist) und stellt das i/o PlugIn anschließend auf Bypass.

Dabei ist es völlig egal an welcher Stelle das i/o PlugIn sitzt (vor, in der Mitte oder hinter den anderen PlugIns), denn sobald Logic erkennt, dass sich das i/o PlugIn in einem Kanal befindet wird die gesamte Berechnung auf den ersten Prozessor gelegt.

Durch diesen kleinen Trick kann man manuell und gezielt den ersten Prozessor zur Audio Berechnung einsetzen und somit fast eine Verdopplung der Audio Performance erreichen.

Dieser Trick war ein schöner Nebeneffekt bei meiner Problemlösung mit der Universal Audio UAD-1 Karte. Logic hat Probleme PlugIns dieser DSP Karte sowohl in Audio-Tracks als auch in Live-Inputs zu nutzen und es kommt zu Aussetzern. Wenn man allerdings diese PlugIns nur in Live-Inputs benutzt, tritt dieser Fehler nicht auf. Um die PlugIns aber auch auf normalen Kanälen nutzen zu können, rieten mir die Mitarbeiter von Universal Audio das i/o PlugIn zu nutzen um Logic zu suggerieren, dass es sich auch dort um ein Live Signal handelt (also danke noch mal an den Support!).

Also einfach das i/o PlugIn wie beschrieben einsetzen und schon hat man nahezu eine Verdopplung der System Performance!
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HeiMedia
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