M-Box und Logic Audio

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M-Box und Logic Audio

Beitrag von Tim »

M-Box und Logic Audio

Dieser Testbericht beschreibt meine Erfahrungen mit der Digidesign M-Box unter Logic Audio.

Wie allgemein bekannt ist, unterstützt Emagic schon ziemlich lange die Digidesign Hardware , seien das nun die grossen DSP-gestützten System oder die kleine Hardware wie Digi001, Digi002 oder eben die M-Box.

Die M-Box ist ein USB-Audio-Interface mit zwei integrierten hochwertigen Focusrite Mikrophonpreamps mit Phantom-Power, einer Direct-Monitoring-Schaltung....macht ein externes Mischpult überflüssig. Das Kunststoffgehäuse macht einen sehr stabilen Eindruck, das Anschlusspanel auf der Rückseite ist praxisgerecht ausgestattet.
Neben den zwei Combo-Eingangsbuchsen (XLR / Symetrische Klinken-Inputs), besitzt die M-Box zwei Insert-Buchsen, zwei Output Klinkenbuchsen (symetriert), je ein SPDIF Digital IN/OUT, eine 6.3mm Kopfhörer Klinkenbuchse...und natürlich der USB-Port.

Die M-Box wird über USB mit Strom versorgt, wobei man darauf achten muss, die M-Box nicht an einem HUB zu betreiben, da ihr Stromverbrauch 500mA oder höher beträgt (wenn mit einem USB-Hub, dann mit einem fremdgespiesenen Hub, welcher genügend Saft abgeben kann...zb: mein Planet-Hub mit total 2A!!) Geliefert wird die M-Box zusammen mit der Digidesign Audiosoftware ProTools LE 5.2 für Mac OS9 / LE 5.3 für Windows XP. Da dies hier ein Logic-User-forum ist, habe ich diesen Testbericht auf meine Erfahrungen zusammen mit der Logic Audio Plattform gestützt.
Da ich ein Mac-User bin, kam ich leider nicht in Genuss des superben ASIO-Treibers, der bisher nur für Windows XP exsitiert, deshalb habe ich die M-Box in Logic unter Direct I/O eingebunden.

Nachdem ich ProTools LE und all die Treiber mittels der Installations-CD installiert habe (ist kinderleicht)....öffne ich Logic. Zuerst muss im "Hardware & Treiber"-Fenster auf Direct I/O umgeschaltet, ein Reboot von Logic gemacht werden und die M-Box ist betriebsbereit.

Der erste Schreck...huch! die Latenz ist höher als mit dem Soundmanager (welche beim iBook, bei etwa 25ms liegt)....doch dann die Erlösung:
Im "Hardware & Treiber"-Fenster lässt sich die I/O Buffer Size auf minimal 512Samples stellen (was mit der iBook internen Signalverarbeitung ca. 17ms Latenz ergibt). Auf dieser Einstellung ist es sehr angenehm mit virtuellen Instrumenten zu spielen, wobei die CPU locker 80% erreichen darf, ohne Aussetzter. Diese hingegen melden sich als "was returned by the I/O Driver" was nicht sehr lustig sein kann....

Ich würde behaupten dass diese Einstellung für manche Homerecording-Einsätze sehr komfortabel ist, falls der Wunsch nach kleineren Latenzen ist.....so gibt es von der Firma propagamma einen sehr guten ASIO-Treiber, der die Latenz auf minimal 6ms verkleinert (allerdings bei 50% CPU Last)

Getestet habe ich mit meinem iBook G3/500MHZ 640MB Ram und den Software-instrumenten NI Kontakt, EVP73, EVB3...da leztere einen sehr hohen CPU Verbrauch hat.

Öffne ich zwei Instanzen der EVB3, so bin ich bereits am Anschlag, mittels einem Arrangement mit zwei Kontakts, einem EVP73, vier SilverVerbs, diverse kleine EQs, drei EXSP24 Instanzen lässt es sich prima leben.
Der AudioInstrumenten-Test ist für mich schon mal ein Aufsteller, dank der guten Wandler konnte ich keine Rauschfahne, keine Fenster- oder Disk-Zugriffsgeräusche wahrnehmen. Der Sound kommt sehr druckvoll daher....:-)

Der Audio-Aufnahme-Test ist eigendlich auch ein wenig abhängig von der Qualität der Festplatte....die iBook-HD ist nicht gerade die schnellste, doch 16 Spuren waren allemal drin, daneben ein paar Reverbs, Compressoren/Limiter und EQs.

Die M-Box, bietet die Möglichkeit, ihre Eingänge mittels einem kleinen Dipschalter auf der Front auf verschiedene Eingangsempfindlichkeiten einzustellen, zur Auswahl sind:
Mic, Line, Instrument. Mit dem Eingangs-Gain-Regler wird der Eingangspegel eingestellt. Wirklich gelungen ist die Direct-Monitoring-Funktion, mit welcher die Eingangssignale direkt und ohne Latenz wieder abgehört werden können und dabei das Playback-Signal vom Compi dazu gemischt werden kann. Dies geschieht mit einem Blendregler, der zwischen Input- und Playback-Signal regelt.
Für meinen Test habe ich die M-Box mit einem AKG C3000B Grossmembran Mik verbunden..( +48V Phantom-Power kann auf der Rückseite aktiviert werden)....und habe mächtig gestaunt! Die Focusrite Mikpreamps haben einen warmen Charakter und sind sehr rauscharm.
Insgesamt hatte ich nie gravierende Aussetzter mit der M-Box zusammen mit Logic Audio. Die Hardware läuft äusserst stabil.

Einen kleinen Bug hatte ich doch zu bemängeln....die M-Box braucht nach dem Start des Sequenzers zuerst einen ganzen Takt um sich zu synchronisieren, dies kann man allerdings umgehen, indem man die Stücke jeweils erst auf den zweiten Takt beginnt!
Ansonsten besitzt dieses kleine Kistchen fast alles, was man für mobiles Recording braucht. Zusätzliche externe Mischpulte werden überflüssig....Fazit: Ein tolles Teil, auch unter Logic Audio!

Der Preis erscheint ein wenig hoch....mit 890.- sfr. Katalogspreis ist die M-Box eines der teureren USB-Audio-Interfaces. Doch es lohnt sich...zusammen mit ProTools LE und vielen guten RTAS-PlugIns, zwei Focusrite-Mikpreamps und einer sehr guten Direct-Monitoring-funktion, bekommt man ziemlich viel geboten für sein Geld.

Digidesign hat inzwischen ProTools 6.0 LE veröffendlicht, was die M-Box OSX kompatibel macht...CoreAudio Treiber und eine Eibindung an Logic unter OSX sollen im 2003 folgen.
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