Regionspegel normalisieren

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mo
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Re: Regionspegel normalisieren

Beitrag von mo » 10 Jan 2020 - 9:34

@felic: Was ich nicht ganz verstehe bei deinem Gain-Staging: Du willst die Peaks auf -18dB haben? Ich versuche immer einen RMS Wert auf -18 zu bekommen. Oder hab ich dich falsch verstanden?
Ich nutze dazu die Loudness Variante die ja auf LUFS beruht und nähere mich Zoo ungefähr an, die voreingestellten -23 sind mir zu leise aber mit -20 klappt das meist ganz gut.
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spocintosh
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Re: Regionspegel normalisieren

Beitrag von spocintosh » 10 Jan 2020 - 16:23

Ich muss auch nochmal Danke sagen. Was für'n Kracher.
Bisher hab ich bei Bedarf die eingeflogenen Sprachtakes eines Films in den Sound Grinder geschoben, das sind immer so zwischen 1000 und 3000, um da mit der RMS-Normalisierung drüber zu gehen.
Das war dann aber natürlich im File - und ziemlich blöd, wenn sich später rausstellte, dass es sich nur um einen Atmer handelte...der einen dann 10mal so laut anbrüllt wie ein Schrei, der 20dB runtergerechnet wurde.
Ich hab das also grad mal intern probiert und das ist ja echt der Oberkracher - vor allem, weil es als Region-Abspielparameter vollkommen problemlos individuell wieder rausgenommen oder editiert werden kann, wenn's nicht passt.

Umso wichtiger, dass jetzt mal bald der Automation Latch Bug gefixt wird...

Bild

Bild

Das Beispiel ist in echt natürlich Bullshit, bei dem Film waren die Aufnahmen schon richtig, aber nur mal so zur Veranschaulichung, wie gut das funktioniert...und der Target Level endet bei -30, ich bräuchte erfahrungsgemäß eher so -33 bis -36...
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Re: Regionspegel normalisieren

Beitrag von felic » 12 Jan 2020 - 18:41

mo hat geschrieben:
10 Jan 2020 - 9:34
@felic: Was ich nicht ganz verstehe bei deinem Gain-Staging: Du willst die Peaks auf -18dB haben? Ich versuche immer einen RMS Wert auf -18 zu bekommen. Oder hab ich dich falsch verstanden?
Ich nutze dazu die Loudness Variante die ja auf LUFS beruht und nähere mich Zoo ungefähr an, die voreingestellten -23 sind mir zu leise aber mit -20 klappt das meist ganz gut.
Der Grund/mein Ansatz ist sehr einfach. Wenn ich die Audiospuren/Stems fertig aufgenommer Projekte zum Mischen in Logic reinlade und den ganzen Orga-Kram hinter mir habe (Instrumenten-Gruppen, Busse etc.), schaue ich mir - meinen Ohren zuliebe mit abgesenkten Master Level - an, wo die Instrumentengruppen im Pegel so stehen (mit allen Fadern auf 0). Im Idealfall sind alle ähnlich heiß (oder auch nicht) aufgenommen. Falls da irgendeine Gruppe oder gar ein einzelnes Instrument sehr raussticht, passe ich diese einzelne Gruppe/Instrument im Inspektor schon zu diesem Zeitpunkt im Pegel absolut an, so dass eine ungefähre Balance im Verhältnis zu den anderen Gruppen/Instrumenten absolut vorhanden ist. Und der Summenpegel nicht so sehr in den roten Bereich läuft, dass ein auch nur ansatzweise vernünftiger Rough Mix( s. nächster Abschnitt) möglich ist (in diesen Fall würde ich zus. alle Spuren absolut soweit absenken, dass die Summe noch so gerade nicht übersteuert).

Anschließend mache ich immer erst einen sehr groben Rough Mix, der ausschließlich die Lautstärkeverhältnisse in etwa widerspiegelt, die der Song im Mix wahrscheinlich brauchen wird. Dann schaue ich auf den Master Level. Meiner Erfahrung nach ist es oftmals so, dass der Summenpegel sehr in die Nähe der 0dB kommt. Oder auch deutlich drüber liegt.

Und da kommt dann die relative Pegelanpassung für alle Spuren ins Spiel. Ich will ja die Verhältnisse des Rough Mixes beibehalten. Ob ich diese anhand RMS/Peak oder Loudness mache ist an dieser Stelle IMHO unerheblich, bzw. persönliche Preferenz. Mir geht es hier nur um ausreichend Headroom, wenn ich anfange am Mix zu arbeiten. Bewährt hat sich in meinen Projekten -18dB RMS als Zielpegel. Welchen Wert ich konkret für die relative Absenkung angebe, ist dann ja abhängig von den Pegeln der Audiofiles (und damit einhergehend des Summenpegels).

Das ist ein wahrscheinlich eher musikalischer, weniger ein technisch belastbarer Ansatz. Er hat sich für mich aber bislang bewährt ;-).
Zuletzt geändert von felic am 13 Jan 2020 - 1:27, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Regionspegel normalisieren

Beitrag von spocintosh » 12 Jan 2020 - 18:58

Guter Ansatz. Hab ich seit Jahren so gelöst, dass in meinem Autoload ALLE Fader bis auf die Outputs auf -3 stehen und ich damit anfange zu arbeiten. Also nicht nur die Spuren, sondern auch alle Subgruppen-Busse und Auxes. Spuren auf die richtigen Gruppen zuweisen, dann auf einen Mix-Bus und dann erst auf den/die Master Out(s). Funktioniert ähnlich gut gegen die ersten, sonst unvermeidlichen Overs.
Tja, und dafür braucht man das Environment halt wieder...bzw. immer noch. Aber is ja auch noch da, insofern...puh.
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Re: Regionspegel normalisieren

Beitrag von teloy » 12 Jan 2020 - 23:22

...oh, wie schön zu sehen das auch spoc manchmal noch was lernen kann...
...und oh wie schön, das ich nicht mehr allumfassend zum bild mischen muss....war ich immer nur semi drin und letztlich immer scharf an der überforderungsgrenze entlang...
einfach nur songs und stücke fürs morgen schreiben und produzieren ist wirklich entspannt dagegen....und wenn davon dann mal was an nem bild entlang soll, richtet sich das bild nach dem ohr...und nicht anders rum....puh...denn das auge ist nunmal immer entschieden leichter zu täuschen als das ohr...
musik zum bild oder bild zur musik....die grosse feinstoffliche gretchenfrage....und viel zu selten ist die musik zu erst da....obwohl doch jeder cutter dieser erde musik braucht um bilder zu montieren....und der einzige regisseur den ich noch kenne, der grosse deutsche meister dieser tage, tom tykwer, der weiss das und hat entsprechend immer die musik schon am start bevor er das bild macht....ist aber auch ausgerechnet der, der nie meine dienste beanspruchen wird, weil er auch die musik selber macht...pöh...und menno...

also hut ab vor eurem nervenkostümen...ich kann das nicht mehr...
...SHARE MUSIC FROM HAND TO HAND AND EAR TO EAR...
....coincidence is code.....RAW RUMBLE CODE.
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