Kanye West uriniert auf seinen Grammy

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Häschen
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Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

(..) Kanye West ist inzwischen bekannt für seine Ausraster auf Twitter. Diesmal richtet sich seine Wut gegen die Plattenindustrie. Was er von der Branche hält, illustriert ein Video. (..)

(..) Zuvor hatte der einflussreiche Rapper in Dutzenden Posts die Details seines Plattenvertrages mit Universal Music mit seinen 30,9 Millionen Followern geteilt. Er kündigte auch einen Rechtsstreit mit Sony an. (..)

(..) „Dieser Moment wird die Musikindustrie für immer verändern“, versprach West, der das Musikgeschäft als „moderne Sklaverei“ kritisierte. Er wolle dafür kämpfen, die Rechte an seiner Musik zurückzugewinnen. Bis dahin werde er keine neuen Songs mehr veröffentlichen. (..)


https://www.welt.de/vermischtes/promine ... s-Klo.html


Was denkt ihr darüber? Sind generell bessere Vertragsbedingungen für Musiker fair gegenüber der Industrie?
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reiztrigger
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von reiztrigger »

Häschen hat geschrieben: 20 Sep 2020 - 4:58 Bis dahin werde er keine neuen Songs mehr veröffentlichen. (..)
Was denkt ihr darüber?
das wäre das grösste geschenk, welches dieser sich grenzenlos selbst überschätzende vollidiot der welt machen könnte.
Geheimagent
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Geheimagent »

Es gibt unter Künstlern schon sehr durchgeknallte, überhebliche, realitätsfremde und egoistische Menschen. Fakt ist, dass an einem Star viele Menschen mitverdienen, das ist nicht nur Bereicherung, das hat in der Vergangenheit eine Menge Arbeitsplätze geschaffen.
Es ist eine Abwertung der Menschen, die unter der Sklaverei gelitten haben. Sie wären bestimmt froh gewesen, wenn es ihnen halb so gut gegangen wäre wie KW. Und wenn ein erwachsener Mann, nicht den Weg rechzeitig zur Toilette schafft, dann ist das ein echtes Armutszeugnis.
Ich höre ab sofort keine Musik von KW, kaufe auch nichts, was mit ihm in Verbindung zu bringen ist.
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Häschen
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

reiztrigger hat geschrieben: 20 Sep 2020 - 7:14
Häschen hat geschrieben: 20 Sep 2020 - 4:58 Bis dahin werde er keine neuen Songs mehr veröffentlichen. (..)
Was denkt ihr darüber?
das wäre das grösste geschenk, welches dieser sich grenzenlos selbst überschätzende vollidiot der welt machen könnte.
Ich persönlich denke, dass viele seiner Aktionen einfach alberne Promo sind.
Es funktioniert, weil der Unterhaltungszirkus albern und weil er tatsächlich sehr kreativ ist.
Ich bin musikalisch nicht sein größter Fan, aber er zieht regelmäßig meine Aufmerksamkeit auf sich.
In seiner Kontroversität kriegt er immer noch die Kurve, um neue Diskussionen anzuregen, die ich für wichtig halte.
Sein krankes Ego, dass wirklich unendlich viel Aufmerksamkeit braucht, treibt ihn dazu der Größte sein zu wollen.
Vom Napoleon bis zum Jesus Komplex, keine Hürde, die er nicht in der Öffentlichkeit zelebrieren muss.

In diesem Fall nervt ihn, dass er nicht die Rechte an seinen Masterbändern hat. Solang er die nicht besitzt, kann er natürlich nicht der Größte sein.
Lustig ist, dass seine "Erzfeindin" Taylor Swift das Thema schon angestoßen hat. :lol:
(..)
Taylor Swift und andere Künstler fordern ihre Masterbänder zurück. Um zu verstehen, weshalb sie das tun, müsse man Masterbänder zunächst von Kompositionen unterscheiden, sagt die Anwältin für Musikrecht, Barbara Berndorff. Kompositionen würden in Noten festgehalten, Masterbänder hingegen seien die Originalaufnahmen der Noten, verkörpert durch eine Sängerin, Musiker oder Band.

In Zeiten der Schallplatten seien die physischen Masterbänder wertvoll gewesen, weil sie den Schallplatten als akustisch hochwertigere Vorlage dienten. Im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit liege der Wert der Bänder hingegen in den mit ihnen einhergehenden Verwertungsrechten.

Die Rechte beim Verlag

Plattenfirmen investierten in die Zukunft der Künstler, so Berndorff. Das sei durchaus ein Risikogeschäft. Bleibe einem Künstler der Erfolg verwehrt, verliere die Plattenfirma das investierte Geld. Um im Erfolgsfall mitzuverdienen, sicherten sich Labels daher meist die Verwertungsrechte.

Insbesondere unerfahrene Künstler hätten sich früher nur für das Geld der Plattenfirma interessiert und die Frage nach den Rechten eher ausgeblendet, so Berndorff. Das könnte auch bei Taylor Swift der Fall gewesen sein, war sie bei ihrem ersten Plattenvertrag doch noch ein Teenager.
(..). https://www.deutschlandfunkkultur.de/ta ... _id=452939
(..) Swifts Trauer über den Verkauf ihrer Masters an den Musikmanager währte aber nur kurz. In einem Interview mit dem Sender CBS kündigte sie vor einigen Tagen an, die Titel der ersten sechs Alben ein weiteres Mal aufzunehmen. „Das ist der Plan?“, fragte die Moderatorin Tracy Smith ungläubig. „Ja, allerdings“, antwortete Swift. Die Originaleinspielungen sind viel mehr als nur Erinnerungen an selbstgeschriebene Titel und die Anfänge als Sängerin. Die Masters zählen zu den wichtigsten Einnahmequellen der Musikindustrie. Vor der Verbreitung einzelner Titel oder Alben via Streamingdienst oder Platte muss bei den Musikverlagen für viel Geld eine Lizenz zur Nutzung der Originalaufnahmen eingeholt werden. In der Regel leitet das Label dann einen vertraglich vereinbarten Prozentsatz an den Sänger weiter – nachdem der Titel oder das Album eventuelle Vorauszahlungen wieder eingespielt hat. (..)

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaf ... 50847.html
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Häschen
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

Sein Feldzug hat schon 'n Soundtrack .. https://twitter.com/kanyewest/status/13 ... 01025?s=20
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spocintosh
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von spocintosh »

Ja, gott...so is das nunmal.
Das Label bezahlt die Produktion, also gehört sie ihnen auch. Kann man doch mal raffen, wenn man länger als ein paar Tage beruflich in dieser Branche zu tun hat.

Alternative:
Zahl die Produktion selber und lizensier bzw. verkauf sie an die Labels.
War schon immer so, is auch heute noch so.

Klare Promoaktion für die Zeitgenossen, welche diesen kleinen Unterschied nicht kennen.
Das sind leider nicht nur die YT-Gucker, sondern idR auch 95% der Musikjournalisten, 99% der Feuilletonisten, aber leider auch 75% der Musikerkollegen.
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fuzzfilth
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von fuzzfilth »

spocintosh hat geschrieben: 20 Sep 2020 - 14:06 Das Label bezahlt die Produktion, also gehört sie ihnen auch. Kann man doch mal raffen, wenn man länger als ein paar Tage beruflich in dieser Branche zu tun hat.
Alternative:
Zahl die Produktion selber
+1
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Häschen
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

Ja, klar, so man kann natürlich argumentieren. Wer blind unterschreibt, ohne zu wissen worauf er sich einlässt, ist selbst schuld.
Viele werden ziemlich jung unter Vertrag genommen und die Frage die sich stellt ist, ob das Label da so zu langen dürfen soll?

Auch die übliche Verteilung, 10-20% für den Künstler kann man diskutieren, denn Marketing und Produktionskosten werden auch gern auf den Künstler abgewälzt.
In wieweit lassen sich solche Verträge als sittenwidrig einstufen?
(..) „Mit meiner ersten Platte habe ich wahrscheinlich über eine Million (Pfund) gemacht“, versichert Little Boots, „aber ich war trotzdem im Minus, weil sie so viel für das Marketing ausgegeben hatten, was ich wiederum nicht kontrollieren konnte. Es ist bei großen Labels nicht so, als wärst du ein Geschäftspartner, es ist mehr so, als würde jemand dein Geschäft für dich führen und das schlecht.“

Hesketh fand sich selbst in etwas wieder, das sich landläufig „360 Deal“ nennt. Als sie unterschrieb, war das ein ziemlich neues Konzept, seither ist es aber zur Norm in der Industrie geworden. Die Bedingungen sind von Deal zu Deal anders, aber im Prinzip trittst du durch diese Verträge von allem, was du als Künstler tust, einen Anteil an dein Plattenlabel ab. Ganz egal, ob es nun Verkäufe, Touren, Merchandise oder aber auch diese Joghurt-Werbung, in der du zu sehen bist, sind. Oberflächlich gesehen klingt das ganz in Ordnung, aber der Anspruch eines Labels auf Einnahmen aus Ertragsströmen, in die es nicht wirklich involviert war, hat für Little Boots nichts Gutes bedeutet. (..)

https://www.vice.com/de/article/r79wzx/ ... werden-834
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Geheimagent »

Jetzt wird mir auch klar, warum die Leute im digitalen Zeitalter alles auf Band aufnehmen wollen.
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spocintosh
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von spocintosh »

Dann erwähne ich doch hier gleich nochmal öffentlich meine neuwertige Otari MX-55T...und überlege mir anschließend, die E-16 mal wieder einer Wartung zu unterziehen...
Logicuser bekommen natürlich Sonderpreise.
:mrgreen:
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Geheimagent »

spocintosh hat geschrieben: 20 Sep 2020 - 21:01 Dann erwähne ich doch hier gleich nochmal öffentlich meine neuwertige Otari MX-55T...und überlege mir anschließend, die E-16 mal wieder einer Wartung zu unterziehen...
Logicuser bekommen natürlich Sonderpreise.
:mrgreen:
Hat Museumswert:
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Ansonsten:
http://www.muzines.co.uk/articles/foste ... order/3528
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

Also seid ihr alle der Meinung, dass Künstler nicht besser vor üblichen Musikindustrieverträgen geschützt werden sollten?
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fuzzfilth
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von fuzzfilth »

Nein, das hat keiner behauptet.

Du kannst Künstler nicht vor solchen Verträgen 'schützen' weil du die Verlage und Labels nicht zwingen kannst andere Verträge zu unterschreiben. Also werden sie's nicht, ob uns das passt oder nicht, noch dazu in Zeiten wo buchstäblich jeder ein Album produzieren kann und somit die Konkurrenz um die Zuhörerschaft immens und die Aussicht auf nennenswerten Erfolg entsprechend gering ist.

Jeder sollte wissen was er da unterschreibt, was er dafür bekommt, was er dafür hergibt und was die Konsequenzen davon sind. Das Internet ist voll von Information zum Thema und wer's ernst meint kann und soll einen Anwalt fragen. Ich werde hier keine Lanze für die Plattenfirmen brechen, die kommen schon auch alle in die Hölle, aber sich nachher darüber beschweren was man vor paar Jahren nicht richtig durchgelesen und trotzdem unterschrieben hat ist unfair. Komisch auch dass sich nur die erfolgreichen Künstler echauffieren dass ihre Aufnahmen dem Label gehören. Die erfolglosen beschweren sich weit weniger lautstark dass die Firma für sie 50.000.- oder mehr in den Sand gesetzt hat und nicht zurückbekommt.

Wäre es schöner wenn die Verlage und Labels netter wären und nicht so gierig ? Absolut. Wird aber trotzdem nicht stattfinden.
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Geheimagent »

Häschen hat geschrieben: 21 Sep 2020 - 10:10 Also seid ihr alle der Meinung, dass Künstler nicht besser vor üblichen Musikindustrieverträgen geschützt werden sollten?
Ich sehe das ähnlich wie fuzzfilth. s.o. Mir hatte man auch schon Verträge vorgelegt, von denen ich ausgegangen bin sie zu unterschreiben, aber nach dem Durchlesen Änderungen gefordert habe, und sie sonst nicht unterschrieben habe.
Frank Farian hat mal etwas in der Art gesagt, ein Album macht er für sich und das andere für den Staat. Und so ähnlich wäre es gut das zu sehen. Wenn ich im Jahr so dicke Asche, wie so ein Rapper bekomme, hey da ist es mir doch egal, dass andere da mitverdienen. Ist doch sonst total egoistisch.
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Häschen
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Re: Kanye West uriniert auf seinen Grammy

Beitrag von Häschen »

Warum sollte man nicht allgemeine Rahmenbedingungen festlegen können die Vertragsverhältnisse als sittenwidrig einstufen? So etwas gibt’s doch auch bei simplen Mietverträgen als Mieterschutz.

Hat das schonmal jemand im Musikbereich versucht und ist gescheitert? Oder sind Künstler zu doof sich als „Lobby“ zu organisieren?
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