Hände hoch! Wer ist Profi?

Geld mit Musik verdienen, GEMA, GVL, Labels, Verträge...

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SysKill
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von SysKill »

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lonely
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von lonely »

Sollte ja kein Schwanzvergleich sein :roll:

Meine "eigentliche" Intention war: Wer kann mit Musik noch so viel verdienen, dass er (sie) davon leben kann?

Bei mir werden die Gagen auf jeden Fall nicht höher; und fast kann man sagen: Je besser die Musik, desto niedriger die Gage-siehe Jazz-Jobs.

Ok, hier ist ja das LOGICUSER-Forum (mosh) da tummeln sich natürlich Logic-User :oops: und das sind ja nicht nur Musiker (muss ich jetzt
den Ausdruck Musiker definieren? nööö).

Und was scheinbar einige aufregt, wollte ich auf keinen Fall. Aber die Schlipse sind ganz schön lang (draufgetreten 8O ).
Ich würde gerne-auch "live" -diskutieren, aber das gerät doch off-topic?!

Ist das echt so schwer?? : Profi, Semi-Profi, Amateur?
Ich vermisse den gesunden Menschenverstand.

Auch schreibe ich bewusst "ichichich", weil ich ja einen freien Willen besitze und dies jedem auch zustehe.
Schlussendlich: Sorry, falls ich jemandem zu nahe getreten bin :!:
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von Geheimagent »

Beim Geheimdienst werden nur Profis akzeptiert, ein Fehler kann Dir das Leben kosten, deswegen setzen wir auf Mikrofone von deutschen und Östereichischen Herstellern. Vertrauen ist gut Kontrolle ist besser. Das wir bei 24 Stunden im Einsatz nicht nur Musik aufnehmen sollte sich von alleine Erklären, diese muss dann hinterher sauber von dem Rest getrennt werden. Darüber wird über jeden Schritt genau Buch geführt, dass im Zweifelsfall solche Sachen rekonstruiert werden können.
Taxi fahre ich nur, um ein verwanztes Objekt zu verfolgen.
In diesem Sinne würde ich raten immer erst überprüfen ob meine Waffe geladen ist, bevor ich andere bedrohe die Hände zu heben, Profis erkennen nämlich sehr schnell ob da eine Kugel im Lauf ist ....
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teloy
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von teloy »

....ok...ich nomma....

man kann das ganze leidige thema natürlich auch auf schlicht schnöden schwanzlängenvergleich reduzieren....oder war das eher als beispiel gemeint, das syskill mit kika vertonungen sein geld macht...?....
auch sowas hatte ich ma an der backe und hey...da gibts dann nix dran zu unterschätzen....bei mir führte eben eine solche kinder produktion für kika letztlich zu meiner einzigen zusammenarbeit mit bereits besagtem film orchester babelsberg....und ich werde die gänsehaut nie vergessen, als ich 70 mann meinen score aus logic habe einspielen sehen und hören....wow...einer meiner top momente in meinem ganzen leben ever.....
ein job führt immer zum anderen, im besten fall...und keiner kann sagen was nicht doch irgendwann zu was anderem führt, irgendwann, in diesem geschäft....

ich weiss wirklich, das es alles andere als eine selbstverständlichkeit ist, in diesem geschäft seine brötchen verdienen zu können, zu dürfen, oder aber auch schlicht und respektive zu MÜSSEN....
stichwort...nix anderes, anständiges gelernt....aber auch vermeintliche traumjobs haben immer ihre zwei seiten...wie alles andere nunmal auch in dieser welt....

und egal wie toll sich das für den einen oder anderen hier anhören mag, letztlich bleibt es ein job wie jeder andere...mal macht es spass...und mal einfach sooo gar nicht....niemals vergessen.....
als ich musik für das neuste katzenstreu machen musste, dachte ich auch, tiefer kann ich nicht mehr rutschen und wo sind denn nun all meine hochtrabenden träume von dereinst hinweg gesunken....

und klar ist ebenso, das der grossteil hier eher in irgendwie gearteten, gehobenen hobby segment unterwegs sein wird....oder schlicht als technerd hier sein persönliches fussbal in sachen techtalk auslebt...schliesslich und schlussendlich ist alles besser als übers wetter reden zu müssen....

und gerade in diesen tagen ist es nun wirklich keine schande, wenn man nie einen fuss in die tür bekommt und nicht mit musik seine brötchen verdienen kann....
also ruhig alle schwänze auf den tisch und keine falsche scham....

träumen tun wir doch alle....
...SHARE MUSIC FROM HAND TO HAND AND EAR TO EAR...
....coincidence is code.....RAW RUMBLE CODE.
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lonely
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von lonely »

teloy hat geschrieben: 30 Jul 2018 - 20:06 und klar ist ebenso, das der grossteil hier eher in irgendwie gearteten, gehobenen hobby segment unterwegs sein wird....
teloy hat geschrieben: 30 Jul 2018 - 20:06 und gerade in diesen tagen ist es nun wirklich keine schande, wenn man nie einen fuss in die tür bekommt und nicht mit musik seine brötchen verdienen kann....
also ruhig alle schwänze auf den tisch und keine falsche scham....

teloy-langsam werd ich ein Fän von dir :P

Geheimagent hat geschrieben: 30 Jul 2018 - 19:33 Taxi fahre ich nur, um ein verwanztes Objekt zu verfolgen.

(clap)

Ich glaub´, dat hier ist wie bei Parship-man schreibt und schreibt und wenn man (frau) sich dann gegenübersteht ... 8)
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hugoderwolf
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von hugoderwolf »

lonely hat geschrieben: 30 Jul 2018 - 13:05 Bei mir werden die Gagen auf jeden Fall nicht höher; und fast kann man sagen: Je besser die Musik, desto niedriger die Gage-siehe Jazz-Jobs.
Neenee, die Korrelation ist anders. Je geringer die Gage, desto stärker die selbstgefällige Abwertung derer, die ihr Business verstehen. Letzteres geht durchaus auch mit Jazz. Dazu muss man aber etwas mehrdimensionaler denken als nur über ein wie auch immer zu definierendes Maß von "Qualität".

In der Musikbranche ist leider die Vorstellung sehr prominent, dass man ein Anrecht auf ein ordentliches Einkommen hat, solange man seiner Meinung nach besonders "gute" Musik macht. Es gibt aber keinen Markt der Welt, der so funktioniert. Auch nicht in der Industrie oder im Dienstleistungssektor. Die meisten anderen künstlerischen Berufsgruppen - wenn auch oftmals keine Großverdiener - haben das irgendwie besser verstanden, z.B. im Theater und in den bildenden Künsten. Wahrscheinlich weil sich dort weniger Hobbyisten tummeln.

Musikkonsumenten hören nie einfach nur Musik. Die hören immer ein Image und ein persönliches Statement gleich mit. Das gilt auch und insbesondere für Genres mit hochkultureller Anmutung wie Jazz. "Schaut her, was ich für komplizierte Musik zu genießen imstande bin!" Ergo verkauft man nie nur Musik, sondern das ganze Paket inklusive Image, Lebensgefühl, Statussymbol und Allem Drum und Dran. Autohersteller und Konsorten machen das nicht anders.

Erfolgreiche Musikacts egal welcher Couleur verstehen das und setzen die richtigen Hebel in Bewegung, um die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe dahingehend möglichst gut zu bedienen. Das sichert einem treue Fans, die auch noch stolz das passende T-Shirt durch die Gegend tragen. "Gute" Musik reicht bei Weitem nicht. Genau so wie es nicht reicht, wenn ein Auto bequem 200 km/h fährt und 10-20 Jahre hält und dabei sogar annehmbar aussieht.

Das liegt übrigens nicht am Kapitalismus. Auch wenn man die Kohle aus der Gleichung herausnimmt, sind die Erfolgsfaktoren letztendlich die gleichen, wenn man statt indirekt über's Einkommen direkt auf sowas wie Beliebtheit, Bekanntheit, Fanbase etc. schaut.
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von BaBa »

interesante Einblicke.

wobei die industrie stets gut geschmiert werden muss, nach dem motto - 'the show must go on'. der gute freddy hat's auf den punkt gebracht, kurz bevor er das zeitliche segnete.

wusste noch gar nicht, dass jazz, im speziellem der improvisatorische bereich, den teller nicht füllt.

man lernt nie aus.
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von Geheimagent »

hugoderwolf hat geschrieben: 31 Jul 2018 - 18:37
lonely hat geschrieben: 30 Jul 2018 - 13:05 Bei mir werden die Gagen auf jeden Fall nicht höher; und fast kann man sagen: Je besser die Musik, desto niedriger die Gage-siehe Jazz-Jobs.
Neenee, die Korrelation ist anders. Je geringer die Gage, desto stärker die selbstgefällige Abwertung derer, die ihr Business verstehen. Letzteres geht durchaus auch mit Jazz. Dazu muss man aber etwas mehrdimensionaler denken als nur über ein wie auch immer zu definierendes Maß von "Qualität".

In der Musikbranche ist leider die Vorstellung sehr prominent, dass man ein Anrecht auf ein ordentliches Einkommen hat, solange man seiner Meinung nach besonders "gute" Musik macht. Es gibt aber keinen Markt der Welt, der so funktioniert. Auch nicht in der Industrie oder im Dienstleistungssektor. Die meisten anderen künstlerischen Berufsgruppen - wenn auch oftmals keine Großverdiener - haben das irgendwie besser verstanden, z.B. im Theater und in den bildenden Künsten. Wahrscheinlich weil sich dort weniger Hobbyisten tummeln.

Musikkonsumenten hören nie einfach nur Musik. Die hören immer ein Image und ein persönliches Statement gleich mit. Das gilt auch und insbesondere für Genres mit hochkultureller Anmutung wie Jazz. "Schaut her, was ich für komplizierte Musik zu genießen imstande bin!" Ergo verkauft man nie nur Musik, sondern das ganze Paket inklusive Image, Lebensgefühl, Statussymbol und Allem Drum und Dran. Autohersteller und Konsorten machen das nicht anders.

Erfolgreiche Musikacts egal welcher Couleur verstehen das und setzen die richtigen Hebel in Bewegung, um die Bedürfnisse ihrer Zielgruppe dahingehend möglichst gut zu bedienen. Das sichert einem treue Fans, die auch noch stolz das passende T-Shirt durch die Gegend tragen. "Gute" Musik reicht bei Weitem nicht. Genau so wie es nicht reicht, wenn ein Auto bequem 200 km/h fährt und 10-20 Jahre hält und dabei sogar annehmbar aussieht.

Das liegt übrigens nicht am Kapitalismus. Auch wenn man die Kohle aus der Gleichung herausnimmt, sind die Erfolgsfaktoren letztendlich die gleichen, wenn man statt indirekt über's Einkommen direkt auf sowas wie Beliebtheit, Bekanntheit, Fanbase etc. schaut.
Sehr realistisches Statement. Ich könnte da noch Beispiele nennen, doch ich finde das ist wirklich super auf den Punkt gebracht. (clap)
BaBa hat geschrieben: 31 Jul 2018 - 22:37 'the show must go on'. der gute freddy hat's auf den punkt gebracht, kurz bevor er das zeitliche segnete.
Den Satz gab es schon von Roger Waters auf dem Album "The Wall" 1979
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von Tim »

Ich habe einen Tyrus und singe zu Zweitklassigen Midi Hits.

Nein, Spaß bei Seite. Ich würde grob schätzen das ich 20% meines Umsatzes mit Musik verdiene.
Veranstaltungstechnik und Tonstudio Betrieb.

Aktuell bin ich bei einer neuen Band eingestiegen. Wir wollen einige Gigs im Jahr spielen, aber das würde dann ich weniger als wirkliche Einnahmequelle sehen.
Der Spaß steht an erster Stelle.
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von J. Alf »

Per Definition absolut, fühle mich aber oft nicht so. Mein Geld verdiene ich zu 100% mit dem, was ich bounce.

Habe aber immer Bedenken, ob ich das überhaupt wirklich kann was ich da tue. Je nach Tagesform ein manisches Abwechseln von "ganz geil abgeliefert" und "ach du meine Güte, wie klingt das denn".

Ein großer Mischer sagte mal, dass das Selbstbewusstsein 15% über dem Können liegen sollte.
Also etwas höher, um allen Beteiligten die Sicherheit zugeben, dass man die Kontrolle hat. Aber eben nicht mehr, damit man nicht abdreht und weiter lernt.

Wenn man Profi sein will, dann muss man sich auch so verhalten. Und ich unterstelle einfach mal, dass das die meisten nicht können.
Das liegt weniger am eigenen Können als an der Persönlichkeit. Krieg mal Feedback von 5 unterschiedlichen Instanzen und bleib dabei im Sattel und handle im Sinne des Songs.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Menge Leute zwar das Talent aber nicht die Persönlichkeit mitbringen.

Du brauchst als Studiomusiker, Komponist, Mischer, Mastering Engineer schon ein dickes Fell.
Feedback darf nicht als persönlicher Angriff gewertet werden. Klingt wie eine Floskel, aber ich kriege oft mit, wie Leute genau das nicht hinbekommen.

Es werden zwar mehr Lizenzen von DAWs verkauft und gefühlt hat jeder den ich kenne mindestens ein Wave-Bundle, aber dazu ist die Anzahl der wahren Profis garantiert nicht linear gestiegen.

Wenn man all diese Fähigkeiten (Persönlichkeit, Talent, Wille) mitbringt, verdient man auch höchstwahrscheinlich sein Geld damit, was einen damit nach Definition des Wortes zum Profi macht.
Für was anderes hat man dann nämlich meistens gar keine Zeit mehr.
Wenn nicht, dann ist irgendwas davon zu klein dosiert. Was allerdings überhaupt nicht schlimm ist, dann man kann sich trotzdem professionell verhalten bzw. in einzelnen dieser Bereiche glänzen.

Mega geile Mucke machen, ein Virtuose sein. Der Midi König, der noch seine Zahnbürste aus Logic steuern kann - ist aber wohl eher Semiprofi oder was auch immer.

Überschriften zu finden ist wie immer im Leben schwer. Denn meistens ist die Welt zu komplex.

Der natürlich Menschenverstand gibt einem jedoch die Fähigkeit ganz genau zu wissen, wann man es mit einem Profi zu tun hat.
Beim Arzt, im Restaurant, im Service. In der Regel merkt man es, wenn einem ein wahrer Profi begegnet ist.
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lonely
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von lonely »

J. Alf hat geschrieben: 03 Aug 2018 - 9:01 In der Regel merkt man es, wenn einem ein wahrer Profi begegnet ist.
Da stimme ich dir zu-auch meine Profi-Wahrnehmung: Souverän, relaxt, aber trotzdem hochkonzentriert, kompetent und diszipliniert.

Da möchte ich am liebsten noch stundenlang superdifferenziert diskutieren, aber folgendes Beispiel:

Ein Kollege ist Bauleiter, spielte mit mir in meiner Band, super Kollege, für den Job klasse Musiker-alles TOP!

:arrow: Kategorie: Kein Profi, sondern Semi-Profi. 8)
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Stephan S
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von Stephan S »

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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von teloy »

...true words, charles....so true....
...SHARE MUSIC FROM HAND TO HAND AND EAR TO EAR...
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von Geheimagent »

J. Alf hat geschrieben: 03 Aug 2018 - 9:01 Per Definition absolut, fühle mich aber oft nicht so. Mein Geld verdiene ich zu 100% mit dem, was ich bounce.

Habe aber immer Bedenken, ob ich das überhaupt wirklich kann was ich da tue. Je nach Tagesform ein manisches Abwechseln von "ganz geil abgeliefert" und "ach du meine Güte, wie klingt das denn".

Ein großer Mischer sagte mal, dass das Selbstbewusstsein 15% über dem Können liegen sollte.
Also etwas höher, um allen Beteiligten die Sicherheit zugeben, dass man die Kontrolle hat. Aber eben nicht mehr, damit man nicht abdreht und weiter lernt.

Wenn man Profi sein will, dann muss man sich auch so verhalten. Und ich unterstelle einfach mal, dass das die meisten nicht können.
Das liegt weniger am eigenen Können als an der Persönlichkeit. Krieg mal Feedback von 5 unterschiedlichen Instanzen und bleib dabei im Sattel und handle im Sinne des Songs.

Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Menge Leute zwar das Talent aber nicht die Persönlichkeit mitbringen.

Du brauchst als Studiomusiker, Komponist, Mischer, Mastering Engineer schon ein dickes Fell.
Feedback darf nicht als persönlicher Angriff gewertet werden. Klingt wie eine Floskel, aber ich kriege oft mit, wie Leute genau das nicht hinbekommen.

Es werden zwar mehr Lizenzen von DAWs verkauft und gefühlt hat jeder den ich kenne mindestens ein Wave-Bundle, aber dazu ist die Anzahl der wahren Profis garantiert nicht linear gestiegen.

Wenn man all diese Fähigkeiten (Persönlichkeit, Talent, Wille) mitbringt, verdient man auch höchstwahrscheinlich sein Geld damit, was einen damit nach Definition des Wortes zum Profi macht.
Für was anderes hat man dann nämlich meistens gar keine Zeit mehr.
Wenn nicht, dann ist irgendwas davon zu klein dosiert. Was allerdings überhaupt nicht schlimm ist, dann man kann sich trotzdem professionell verhalten bzw. in einzelnen dieser Bereiche glänzen.

Mega geile Mucke machen, ein Virtuose sein. Der Midi König, der noch seine Zahnbürste aus Logic steuern kann - ist aber wohl eher Semiprofi oder was auch immer.

Überschriften zu finden ist wie immer im Leben schwer. Denn meistens ist die Welt zu komplex.

Der natürlich Menschenverstand gibt einem jedoch die Fähigkeit ganz genau zu wissen, wann man es mit einem Profi zu tun hat.
Beim Arzt, im Restaurant, im Service. In der Regel merkt man es, wenn einem ein wahrer Profi begegnet ist.
Wow der zweite Beitrag mit echt tiefer substanz unter diesem Titel.
lonely hat geschrieben: 03 Aug 2018 - 9:41 Da stimme ich dir zu-auch meine Profi-Wahrnehmung: Souverän, relaxt, aber trotzdem hochkonzentriert, kompetent und diszipliniert.

Da möchte ich am liebsten noch stundenlang superdifferenziert diskutieren, aber folgendes Beispiel:

Ein Kollege ist Bauleiter, spielte mit mir in meiner Band, super Kollege, für den Job klasse Musiker-alles TOP!

:arrow: Kategorie: Kein Profi, sondern Semi-Profi. 8)
Nun kenne ich Deinen Kollegen nicht, doch finde ich das auch herrabwürdigend. Ich drehe das mal um der Typ ist in der Lage mit Dir zusammen zu spielen, und ist zudem auch noch Bauleiter, Du aber nicht.
Wenn jemand von der Musik leben kann sagt das noch nichts über die Qualität aus, die derjenige abliefert. Für Geld andere Musiker zu motivieren das sie was auf nehmen bedarf auch keiner besonderen Begabung. Wenn Du aber kein Budget hast, und dennoch etwas aufnehmen willst, und das mit guten Leuten, ohne hinterher zu editieren, da musst Du schon deutlich mehr auf dem Kasten haben.
Dann noch die Frage wie viel macht man denn so um von der Musik zu leben? Reicht das gerade so aus, dass man gerade so über die Runden kommt, oder muss man sich über Geld keine Sorgen mehr machen.
Und wenn man zu letzteren gehört, ist man dann musikalisch wirklich gut, oder hat einfach nur Glück gehabt?
Die Eingangsfrage finde ich selber als Profilierung. "Ich habe ein Mercedes, wer fährt noch einen Mercedes?" Warum soll ich sagen ob ich einen Mercedes fahre, und kein Käfer, vielleicht bist Du sogar ein Punk, der meinen Mercedes-Stern abbrechen will, soweit ich einen Mercedes habe.
Anderseits bin ich dennoch sehr erstaunt über den Tiefgang von zwei Beiträgen. Ich möchte dabei die anderen nicht abwerten, und das ist ssicherlich auch nur mein subjektives Empfinden.

Mal angenommen, ich habe irgendwann mal mit der Musik so viel Kohle gemacht, dass ich sie angelegt habe, und jetzt von dem lebe, was die Anlage abwirft. Bin ich dann auch noch Profi? Schließlich ist das ja aus der Musik entstanden.

Weitere Möglichkeit, angenommen, ich habe mal ein paar Hits geschrieben, und das Zeug bringt mir immer noch Einnahmen, obwohl ich schon lange keine Musik mehr mache, bin ich dann auch noch ein Profi?

Noch eine Möglichkeit, angenommen ich habe Projekte, die selber kein Geld einbringen, es gibt aber Geldgeber für diese Projekte, so dass ich mein Leben damit bestreiten kann, bin ich dann auch ein Profi?

Angenommen, ich habe ein Musikunternehmen, da habe ich investiert und ich habe den richtigen Riecher, so das ständig Geld rein kommt, ich alle bezahlen kann und selber gut davon lebe, ich kann kein Insrument spielen, nicht mischen und auch sonst nichts, bin ich dann nicht auch ein Profi?

- Zu letzter Kategrie gehöre ich nicht, ich kenne jedoch solche Leute -
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Re: Hände hoch! Wer ist Profi?

Beitrag von lonely »

Dieter Hildebrandt©

"Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung"

Aber Buk zitieren ist auch geil.

Meine quasi "Statistik"-Frage hätte ich schon lieber anonym gestellt, wenn ich das geahnt hätte ...geht das bei LU?

Da geht´s ja bei manchen schwer um ideologischen Ballast, dabei will ich nur wissen:

Profi (ohne Nebenjob),
Semi-Profi (mit Nebenjob),
Amateur (ohne Gage/Honorar).

Qualität, Philosophie, Glück (oder Fortüüün-klingt gscheiter ...)-das ist mir doch sowas von ... :twisted:
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