Eigenharp – gut oder nicht gut?

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Peter Ostry
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Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Peter Ostry » 20 Jun 2019 - 9:55

Hat hier jemand einen Eigenharp Pico/Tau/Alpha erfolgreich im Einsatz?

Ich habe seit einigen Tagen einen Pico und bin nahe dran, ihn wieder zurückzuschicken. Das System finde ich unangenehm zu bedienen und kompliziert. Dass die Software jetzt community-driven und entsprechend zerfleddert ist, steigert auch nicht grade das Vertrauen. Ich will AU Instrumente bzw. Synths spielen, also MIDI-out, und habe wesentlich mehr Schwierigkeiten mit dem Pico, als ich mit Standard Windcontrollern hatte.

Die Performance-Features und Konfigurationsmöglichkeiten wären ja sehr gut. Das bemerke ich aber nur mit den mitgelieferten Sounds und da nur bei Klarinette und Cello. Mit AU Plugins komme ich nicht zurecht – gar nicht wenn sie in der Eigenlab Software geladen sind und auch nicht wirklich, wenn sie in einem anderen Host laufen.

Die Frage ist: Bin ich nur blöd oder ungeduldig oder unwillig, oder macht das Teil tatsächlich mehr Probleme als es Vorteile bringt?
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Geheimagent » 20 Jun 2019 - 12:03

Wenn Du nicht am Anfang bei sowas Land in Sicht siehst, ist es besser das ganze zu knicken, als da lange hin und herzuprobieren, die oben genannten Charaktereigenschaften würde ich Dir nicht zuschreiben.
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Peter Ostry
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Peter Ostry » 03 Jul 2019 - 22:38

In meiner Verzweiflung habe ich die Kosten noch erhöht und eine Wind-Synth Software gekauft: Respiro. Die holte mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Pico spielt ganz normal wie ein Windcontroller, die haben ihn nur schon im Standard Setup mit so viel Zeug zugepflastert, dass er für mich unbedienbar war. Das kann man alles wegmachen.

Ich behalte ihn, er ist doch ein gutes Teil. Nach ein bisschen Konferenz mit Eigenlabs und viel Probieren habe ich beschlossen, all die verrückten Gimmicks beiseite zu lassen und ihn als reinen Windcontroller zu konfigurieren. Das war ja auch meine Intention beim Kauf. Ich wollte wieder etwas Blasbares, aber keinen WX mehr und der EWI ist mir unsympathisch. Andere sind zu teuer oder zu speziell. Mit Breath-Controller und Keyboard komme ich nicht zurecht. Bleibt eigentlich nur Eigenlabs und da aus Kostengründen der Pico.

Das Fingering und die Empfindlichkeit der Tasten sind eine große Umstellung, ich muss das Instrument völlig neu lernen. Das Mundstück verarbeitet nur den Luftstrom, was mich anfangs störte, aber jede einzelne der 18 Tasten ist im Prinzip ein XYZ Controller, da kann man schon allerhand machen, der Ansatz ist halt im Finger statt in den Lippen. Für den, dens interessiert: MPE kann er auch.

Alles gut.
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Saxer » 04 Jul 2019 - 13:09

Interessant! Gibts Audiobeispiele?
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Peter Ostry » 04 Jul 2019 - 15:22

Von mir gibts noch keine Beispiele, ich bin noch am Rumdödeln.
Das System ist nicht so simpel wie Eigenlabs es darstellt.

Hier ist eine recht informative Demo des Pico und im Anschluss eine weniger interessante des Alpha.
Man sieht und hört die möglichen Spielweisen:
https://www.youtube.com/watch?v=f9qPf31xYnY

Hier eine bis zur Hälfte interessante Demo mit dem Looper (den ich nicht verwende). Beim Basslauf sieht man, wie die Tasten für lebendiges Spiel bewegt werden können:
https://www.youtube.com/watch?v=SuqsxJpWKPk

Ich werde mit dem Pico mehr auf Synthesizer losgehen. Falcon, Zebra, Bazille, Respiro, Kaivo, etc.
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von MFPhouse » 05 Jul 2019 - 15:15

Ich glaube die Eigenharp Kisten sind eben nicht nur Controller, sondern auch als richtig Instrumente gedacht und müssen dann halt ebenso auch geübt werden. Hab so ein Ding aber auch noch nie in den Händen gehalten.
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Re: Eigenharp – gut oder nicht gut?

Beitrag von Peter Ostry » 05 Jul 2019 - 23:36

Das stimmt. Man hat eine Anzahl hochsensitiver Tasten, die man drücken und vertikal und horizontal bewegen kann. Vergleichbar mit einem Roli Seaboard. Nimmt man die Empfindlichkeit raus, macht das Teil keinen Sinn mehr. Verwendet man sie, muss man spielen lernen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und die mechanische Verarbeitung ist hervorragend, aber die Nachteile sind die schlecht gewartete Software und die mangelnde Dokumentation. Viele Worte über Warum und Wieso, aber fast nichts was man verwenden kann, um scheinbar einfache Dinge zu konfigurieren. Auf Youtube findet man immer wieder die gleichen paar Leute. Kann mir nicht vorstellen, dass die Instrumente eine große Zukunft haben.

Hätte ich einen Eigenharp Tau für £ 2.400 oder einen Alpha für knappe £ 5.000 gekauft, wäre ich bitter enttäuscht und das Instrument wäre schon am Weg zurück zum Hersteller. Beim Pico (£ 450) nehm ich das Gemurks in Kauf. Mit der Software werde ich schon irgendwie fertig.
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