Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

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RonSom1976
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Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von RonSom1976 »

Hallo,

ich habe ganz oft die Erfahrung gemacht, dass mein finaler Mix v.a. bei der Bass-Gitarre auf verschiedenen Geräten - wohl zu - unterschiedlich klingt.
Z.B. auf Kopfhörer optimal - auf Homepod viel zu viel Bass, auf iPhone Lautsprecher fast nicht hörbar.

Glaub nicht, dass mir das jetzt jemand von vorne nach hinten hier erklären wird, aber vielleicht hat mir jemand von Euch ein paar Stichworte, die ich suchen kann, um hier weiter zu kommen.
(Hab auch ein Buch zu Logic - aber welches Thema ist hierfür verantwortlich?)

Besten Dank ...
SG2
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von SG2 »

Welches Equipment hast du denn zum abhören?
Mal angenommen du hättest die unsäglichen Beats Kopfhörer, die den Bass von sich aus bis an den Anschlag verstärken, ist es selbstverständlich, dass du den Bass auf anderem Equipment nicht mehr hörst und Geräte wie der HomePod das Problem verschlimmern, weil Apple einen 5€ Lautsprecher wie 500€ Boxen klingen lassen will und den Bass ohne Ende enhanced.

Das hat dann aber auch nix mit dem Mastering zu tun, wie du es beschrieben hast, sondern sollte im Mix schon behoben werden. Beispielsweise könnte man die Obertöne des Bass mehr herausarbeiten, was den Bass auch bei kleineren Gerätschaften besser hörbar macht. Beispielsweise schafft man das durch Verzerrung des Bass.

Es könnte also ein zweigleisiges Problem sein: schlecht hören oder schlecht mixen ;)

Stell doch mal eine Aufnahme online - dann hören wir mal drüber.
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muki
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von muki »

ist imho auch ein bisserl eine frage des arrangements- siehe billie eilish

ansonsten: auch wenn bass toll klingt im zweifelsfalle eher dann zuruecknehmen imho
der frisst schnell viel weg

auf unterschiedlichen konfigurationen, systemen, raeumen etc etc etc anhoeren und gegenpruefen
muki
RonSom1976
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von RonSom1976 »

Danke Euch für die schnellen Antworten.

Ich arbeite am Logic mit AKG MkII Kopfhörern (hab in meiner Mietwohnung keine Abhör-Monitore).
Auf denen klingt's super.
(Übrigens auch mit den AirPods Pro!)

Wenn ich's dann bounce, um es, wie Ihr auch empfehlt, an verschiedenen Systemen zu testen, fällt mir eben auf, dass die Lautsprecher des iPhone fast gar keine Bass-Gitarre wiedergeben.
Nicht, dass das das Wichtigste wäre, aber ich dachte halt, am Ende soll es auf allen Geräten gut klingen.

Dass der Homepod viel zu basslastig ist, ärgert mich sehr, v.a., dass es dort keinen EQ oder zumindest ein paar Presets für unterschiedliche Wünsche gibt - naja ...


Also, ich probier mal weiter, was Ihr so empfohlen habt ... danke sehr ...
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muki
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von muki »

RonSom1976 hat geschrieben:
07 Apr 2020 - 23:48
Ich arbeite am Logic mit AKG MkII Kopfhörern ...
welche?
aber wurscht: vergiss es
kopfhoerer tendieren, speziell moderne consumergeraete, sehr sehr sehr gerne dazu bass zu stark zu machen
sprich basslastig zu sein sprich diesbez super-schoen zu faerben
da kenne ich akg dj-kopfhoerer, die haben moerderbass -> forget it
klingt supercool, hat aber nix mir realitaet zu tun

kopfhoerer und mischen ist ein ewiges und problematisches thema
damit kannst du googletechnisch zum nachlesen die naechsten monate verbringen
eben, aus den von dir beschriebenen punkten

eben deswegen gab es frueher mal auratone boxen
eben deswegen hat man frueher mal immer eine kopie auf MC gezogen und diese
woauchimmergeht abgespielt, also auto, naechstes auto, anlage von freundin, anlage der eltern von freundin, disco, andere disco etc etc etc
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Geheimagent »

RonSom1976 hat geschrieben:
07 Apr 2020 - 23:48
Danke Euch für die schnellen Antworten.

Ich arbeite am Logic mit AKG MkII Kopfhörern (hab in meiner Mietwohnung keine Abhör-Monitore).
Auf denen klingt's super.
(Übrigens auch mit den AirPods Pro!)

Wenn ich's dann bounce, um es, wie Ihr auch empfehlt, an verschiedenen Systemen zu testen, fällt mir eben auf, dass die Lautsprecher des iPhone fast gar keine Bass-Gitarre wiedergeben.
Nicht, dass das das Wichtigste wäre, aber ich dachte halt, am Ende soll es auf allen Geräten gut klingen.

Dass der Homepod viel zu basslastig ist, ärgert mich sehr, v.a., dass es dort keinen EQ oder zumindest ein paar Presets für unterschiedliche Wünsche gibt - naja ...


Also, ich probier mal weiter, was Ihr so empfohlen habt ... danke sehr ...
Probiere mal Sonarworx für Deinen Kopfhörer aus. Es gibt noch NX von Waves, 112dB etc.

Kopfhörer mangelt es nicht nur an Bass, sondern die Stereobreite ist größer, als bei einer normalen Abhöre. Wichtig ist egal mit was Du mischt immer genügend Referenzen nutzen. Deine Abhöre solltest Du kennen (Vorteile und Schwächen). Ein Analyser zusätzlich kann Dir veraten, ob Du zuwenig oder zu viel Bass hast.

Wahrscheinlich hast Du Bereiche für den Bass angehoben, die auf dem iPhone nicht wiedergegeben werden. Also musst Du mit der Anhebung weiter oben ansetzen. Das ist jetzt nur eine Tendenz. Solche Sachen sind auch individuell.

Mit kleinen Auratones einen Mix so laut abzuhören, dass man sich dabei unterhalten kann ist das sinnvollste. Hörst Du zu laut ab, wirst Du relativ schnell schon nicht mehr Deinen Mix beurteilen können.

Wenn der Mix weitestgehend steht, kann man es auch kurzfristig lauter abhören, um den Bass zu kontrollieren.

Vorteil von Kopfhörern ist, dass sie nicht die Raumeinflüsse enthalten. Weiterhin sind dort Details offensichtlicher.
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von RonSom1976 »

AKG MkII K271 (mehr steht aber nicht mehr drauf) - die seien absolut linear (...)


Mir sagt das schon alles was, was Ihr da sagt - wollte aber auch sicher gehen, dass es nicht etwas völlig anderes sein kann ... bevor ich da ewig rumschraub und nicht weiß, dass es an was ganz anderem liegt.


super - danke ... dann probier ich einfach weiter ...
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Geheimagent »

RonSom1976 hat geschrieben:
08 Apr 2020 - 2:27
AKG MkII K271 (mehr steht aber nicht mehr drauf) - die seien absolut linear (...)
Ich bezweifel nicht, dass die toll klingen, doch linear? NS10 oder Auraton sind auch nicht Linear, allerdings klingen die nicht wirklich so toll, doch Mixe sind dort immer mit am Ende besser gewesen, als mit Genelecs, die richtig toll klingen.
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von SG2 »

RonSom1976 hat geschrieben:
08 Apr 2020 - 2:27
AKG MkII K271 (mehr steht aber nicht mehr drauf) - die seien absolut linear (...)
Nein. Und ich habe mich genügend Textmarker zu Hause, um das oft genug zu unterstreichen. Da hast du nach Online-Reviews gekauft anstatt die mal im Laden oder zu Hause zu testen ;)

Ich persönlich mische auf Sennheiser HD600, weil die für mein Empfinden so klingen wie meine Neumann KH120A. Und spätestens seitdem ich die an einem SPL Phonitor mini hängen habe, kann ich auch gut auf Kopfhörern mischen...

Meine Mixe mit dem K271 klingen immer sche*ße... Die nutze ich nur noch fürs Einsingen.
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Peter Ostry »

Najaa, sei doch nicht soo böse zu dem armen Kopfhörer. Der ist grundsätzlich ok und war mal ein günstiger Standardhörer. Zum Aufnehmen ist er gut, weil er sich auch leise durchsetzt und gut isoliert. Zum Mischen ist er schwierig. Gut hörbarer, aber komischer Bass, den man gerne weicher und größer macht und nach meinem Empfinden metallische Mitten, irgendwie resonant, die man gerne wegdrückt. Man muss das wissen und im Gehirn ausgleichen, dann geht er schon eine Weile. Dass das allerdings von Anfang an und ganz ohne Boxen funktioniert, halte ich für aussichtslos.
"Schatz, kommst du bald ins Bett?" —
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von muki »

Peter Ostry hat geschrieben:
08 Apr 2020 - 13:23
[…] und nach meinem Empfinden metallische Mitten, irgendwie resonant, die man gerne wegdrückt. […]
+1
ganz genau mein empfinden
"töpfern" wuerde mir noch als vokabel einfallen

ist halt ein geschlossener - die haben afaik immer wieder diese probleme
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Geheimagent »

Peter Ostry hat geschrieben:
08 Apr 2020 - 13:23
Najaa, sei doch nicht soo böse zu dem armen Kopfhörer. Der ist grundsätzlich ok und war mal ein günstiger Standardhörer. Zum Aufnehmen ist er gut, weil er sich auch leise durchsetzt und gut isoliert. Zum Mischen ist er schwierig. Gut hörbarer, aber komischer Bass, den man gerne weicher und größer macht und nach meinem Empfinden metallische Mitten, irgendwie resonant, die man gerne wegdrückt. Man muss das wissen und im Gehirn ausgleichen, dann geht er schon eine Weile. Dass das allerdings von Anfang an und ganz ohne Boxen funktioniert, halte ich für aussichtslos.
Wie ich oben schon geschrieben habe, ist bei den Kopfhörern das Stereobild viel breiter, als bei Boxen, da kann kein Kopfhörer wie Boxen klingen. Es sei denn man simuliert diesen ganzen das alles, oben genannte Firmen machen das.
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Rolle »

Beim Bass machen die meisten den Fehler, dass sie die Formanten des Instrumentes vergessen oder umgekehrt ihn auf diese reduzieren.
Letztendlich kann man den Bass nach Grundtönen schonmal sauber einordnen. Der tiefste Ton eines Standard Basses liegt bei 40Hz. Dieser hat aber eine ordentliche Energie so dass man beim Bass schon ab 100Hz einen flachen Lowcut (6dB) ansetzen kann, der dann nach unten hin immer mehr weg nimmt und kompensiert. LowCuts sind zwar hier immer wieder verpönt aber für mich sind sie mit das wichtigste und schnellste Mittel Dinge auf das zu reduzieren wie sie klingen sollen
Am Ende soll das Instrument ohne wummern mit allen Anteilen zu hören sein. Den Anteil an Tiefbässen zu beurteilen ist leider oft schwierig und meines Erachtens hilft da schon ein Kopfhörer zum Gegenhören.

Gute Lautsprecher, die eben nicht bis in den Keller gehen und in den Mitten schön auflösen sind eigentlich Pflicht.

achja: und wenn es ein gespielter Bass ist, dann ist der/die Bassist/in der Hauptgrund dafür ob er nachher klingt oder nicht. Beim Bass kommt noch viel mehr aus den Fingern als bei der Gitarre.
es ist ein einfach ist das
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Peter Ostry
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Peter Ostry »

Rolle hat geschrieben:
09 Apr 2020 - 10:14
LowCuts sind zwar hier immer wieder verpönt
Dass deine LowCuts klingen, glaube ich bzw. habe es gehört.
Kommt halt drauf an, wer warum wie den Cut macht :-)
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Re: Bass-Gitarre mastern - versch. Geräte

Beitrag von Rolle »

das Problem ist ja nur der Name :-)
HiPass und LowCut suggeriert, dass abgeschnitten wird. Wird aber nicht, bzw. nur bei einer extremen Flankensteilheit.
Bei 6dB wird sanft nach unten abgeregelt. Das kompensiert eben das mehr Energie beim Bass nach unten, so dass er über seinen Wirkungsbereich gleich klingt.
Dazu noch eine saubere Kompression und fertig ist der kräftige, voll klingende Bass.
Man muss es halt einigermaßen hören können und setzt die Frequenz ab welcher der Filter einsetzen soll eben entsprechend.
es ist ein einfach ist das
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