Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

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tompisa
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Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

Beitrag von tompisa » 24 Mär 2019 - 18:18

Hallo, Ich soll ein Zimmerkonzert aufnehmen. Kleines Drumset, Fender Rhodes Stage, Bass mit Combo, Gitarre mit Combo.
Ich möchte maximal 2 Mics nutzen, die direkt in ein ULN-2 gehen.
Ich habe u.a. 2 Schoeps mit Kugel zur Verfügung, aber wie stelle ich die Mics auf, d.h. wo und wie (Kapsel nach unten von der Decke hängend ?) in welcher Höhe . Die Klangquellen sind im Raum verteilt (Drums in einer Ecke, Rhodes daneben, gegenüber Bass und Gitarre) jeweils nahe an der Wand. Der Raum hat 55 qm. Habe ich noch nie gemacht , bin daher für jeden Rat dankbar.
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Peter Ostry
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Re: Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

Beitrag von Peter Ostry » 24 Mär 2019 - 20:22

  
Achten hast du keine? Das Setup wäre eigentlich ein Fall für Blumlein. Das Konstrukt dreht man so, dass das Stereobild passt.

Wenn Kugeln dann eher kleines AB, sonst kämpfst du später mit den Laufzeiten. Max. 20 cm oder so, ähnlich ORTF, nur mit Kugeln. Auch hier drehen bis das Stereobild brauchbar ist.

Wenn du nicht groß Sound checken kannst nimmst du in der Höhe die berühmten 62/38 %. Also nicht die Hälfte der Raumhöhe, sondern höher oder tiefer. Ganz oben und ganz unten dröhnt es. Die seitliche Position musst du nach dem Klang finden. Hängen, naja, es rennt keiner den Ständer um, alle haben freie Sicht und die Trappelgeräusche am Boden sind weg oder schwächer. Wo die Kugelkapseln hin zeigen ist egal. In dem Raum ist sowieso Kugelwürfelmusik.

Drums und Bass in den Ecken können Schwierigkeiten machen, vielleicht müssen die ein bisschen aus der Ecke rauskommen. Eventuell bei Bass und E-Gitarre die Verstärker drehen. Faustregel: Wo es dröhnt, sollen weder Mikros noch Instrumente/Verstärker sein. Wenn der Musiker selbst an der Wand und möglichst dick ist, ist er ein willkommener Absorber.

Ich habe schon mit Nieren vor jedem Musiker versucht, hat nicht funktioniert. Vom Raum her Bleed mit langem Delay. Kam zu dem Schluß, wenn Zimmer, dann wirklich Zimmer und das heißt ein Aufnahmepunkt.
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Re: Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

Beitrag von tompisa » 24 Mär 2019 - 20:49

vielen Dank Peter, das hilft schon einmal . 8er kann ich ausleihen (AKG 414 höre ich gerade, na ja.. nicht gearade Schoeps). Was meinst Du mit "Ein" Aufnahmepunkt. Mono ?
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Peter Ostry
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Re: Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

Beitrag von Peter Ostry » 24 Mär 2019 - 21:56

Mono muss nicht sein. Aber der Klang wird von überall her kommen und je weiter die Mikros voneinander entfernt sind, umso mehr gehts durcheinander. Daher der gedachte Aufnahme"punkt", der auch ein kleines Kugel AB sein kann.

Die beiden Schoeps kannst du ja mitnehmen, vielleicht passt es gleich, dann kannst du hängen oder was immer gut ist.

Zwei AKG 414 retten dich, wenn die Kugeln nicht gut funktionieren. Entweder Blumlein (= viel Raum) mit Achten, etwas aus der Raummitte und von hinten sollte nicht viel kommen. Oder XY bzw. ORTF, dafür auf Niere schalten. Für XY/ORTF musst du dich in Richtung Wand oder Ecke entfernen können, sonst bekommst du den Aufnahmewinkel nicht hin.
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Re: Frage für eine für mich kniffligen Aufnahmesituation: "Zimmerkonzert"

Beitrag von tompisa » 24 Mär 2019 - 22:36

Danke, alles klar, super Hilfe , alles gebongt ;-)
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