Gitarren recording für´s homerecording studio?

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musicampus
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von musicampus »

Hallo zusammen,

weil eine weitere Möglichkeit noch nicht angesprochen wurde, hier mal meine Erfahrung.

Seit einiger Zeit versuche ich, weil ich unter unserem Dach meine Amps nicht aufreißen darf, eine vernünftige Lösung für's Homerecording von Gitarren zu finden. Von Logics Bordmitteln über GuitarRig bis hin zum Michael Stavrous Flammenjagd (wenn auch nur ganz leise) habe ich viele Kombinationen probiert.

Irgendwann bin ich auf den Amp1 von Thomas Blug gestoßen, der mir live recht viel Freude bereitet hat (weil klein und richtig guter Sound). In Verbindung mit einem Catalinbread Galileo bekommt man sogar einen echt guten Vox Sound hin. Nur beim Aufnehmen habe ich keine gute Lösung gefunden: der Recording-Out vom Amp01 gefiel mir überhaupt nicht, auch nicht in Verbindung mit einer der vielen ausprobierten Cab-Emulationen aus Logic oder GuitarRig.

Bis dann die Blubox kam - das hier ist keine bezahlte Werbung, aber ich finde das kleine blaue Kästchen gut.

Sicher bin ich noch nicht 100%ig zufrieden und ich versuche mich noch an anderen Tests und Kombinationen. Aber ein Freund von mir war Anfang des Jahres vom Riff des Songs "Our Love" von The Bros. Landreth total begeistert und fragte, ob ich das mal nachbauen könnte mit einem Touch AC/DC. Unter folgendem Link einmal mein Referenzriff. Ob das nun den Originalsound trifft oder nicht - und ob das auch ein Touch AC/DC ist, weiß ich nicht. Aber ich finde, das klingt schon relativ satt marshallesque. Dafür, dass keine Box, geschweige denn ein Mikro verwendet wurde.

https://soundcloud.com/musicampus/test/s-nzFhl

Aufbau:
Amp01, Vintage, Master 4, Gain 4, Endstufe 8
Blubox: Stack 1965, Mikroregler auf kurz vor 12 (knapp hinter fünf vor 12)
Gitarre: Epiphone Sheraton 2, Steg Humbucker, alle Regler auf 10
Bass: direkt in Komplete Audio 6, Bass Amp Room
Drums: NI Abbey Road 60s Drums
DAW: aufgezeichnet in Logic, Mix in Mixbus 3

Der Mix an sich ist bestimmt weit entfernt von einem "guten" Mix, das weiß ich - aber das Beispiel soll zeigen, wie gut eine Homerecording-Umgebung für Gitarren klingen kann. Wie eingangs beschrieben, bin ich noch nicht super zufrieden und ich teste gerade weiter mit einem AC 30 TB in Verbindung mit der Blubox und mit dem Palmer PDI-03. Da zum Stand: ohne dass ich bisher etwas gemixt habe, finde ich, dass das, was in Logic ankommt (Gitarre->AC30->Blubox (Bull 2x12, Mikrostellung auch kurz vor 12)->Komplete Audio 6->DAW (und von der Bluebox in den PDI-03 als Last)) klingt besser als AC30->PDI-03->Komplete Audio 6->DAW. Aber da stehen noch unterschiedliche Tests aus.

Und ja: ich würde auch gern laut aufnehmen und mikrofonieren, geht aber momentan nicht.

(hallo
www.musicampus.de - changin' the world, one tune at a time
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Peter Ostry
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von Peter Ostry »

Peter G. hat geschrieben:Ola Peter,
ich versteh ja was du meinst, aber....
ich werde halt keinen guten Raum mehr haben
Ist klar, sonst würden wir hier nicht reden. Die Beispiele der Aufnahmetechniken stammen aus den Londoner AIR Studios und solche Bedingungen haben hier im Forum nur wenige. Die meisten von uns müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten anders arbeiten. Trotzdem sollte uns bewusst bleiben, was wir tun bzw. nicht tun können. Mir kommt es hingegen vor, dass im Moment alle Arten von Krücken schöngeredet werden, weil das Ideal unerreichbar ist. Ich halte das für eine schlechte Basis, denn die Lust an der Suche nach dem eigenen besten Sound und dem Abenteuer der Tonaufnahme sollte erhalten bleben.

So mancher ist zu faul, für eine Aufnahmesession in einen passablen Proberaum zu gehen, wo man wenigstens laut spielen kann. Oder simples Reamping zu machen, um wenigstens einen typischen Originalhall ins Mikro zu bekommen, dazu muss es nicht laut sein. Oder die Gitarre per DI und vom moderaten Amp über Mikro nehmen und die beiden mischen – Variationsmöglichkeiten einfach über Volumenregler und Pan.

Ich kann aber nur von Clean bis Crunch sprechen, mit High-gain habe ich nichts zu tun. Da können die Kriterien andere sein. Aber hier scheinen Einige doch regelrechte Alben daheim zu produzieren. Und teure Plugins kaufen sie auch. Wenn ich mir die heutigen Studiopreise ansehe, kann man sich im Gegenwert eines mittelmäßigen Simulationsplugins einen Tag in ein Studio einmieten. Da geht noch was, außer Sessel sitzen und Controller kurbeln.
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von Geheimagent »

Peter Ostry hat geschrieben:Kann es sein, dass dieses heute übliche und inflationär gebrauchte "Schließlich muss man nur am Ende zufrieden sein!" auch dazu dient, den durchschnittlichen Qualitätsabfall und die Schönheit der Liebe zum Klang aus dem Bewusstsein zu verbannen? Ein Kulturgut in Marketing-Argumente zu verpacken? Auszudrücken, dass man über den Dingen steht, dass einen im Sinne der Globalisierung grundsätzlich keine Details interessieren? Dass man lieber rationell produzieren will, statt künstlerische Werte zu schaffen? Dass man schließlich auch Anderes zu tun hätte?



Wenn ich lese, wie zum Beispiel Michael Stavrou E-Gitarren aufgenommen hat, gibt mir das zu denken.
In aller Kürze:

Methode 1 — "Magic"
Gitarrist, Gitarre, Amp und Raum sind gut.
  1. Den Gitarristen kontinuierlich mit normaler Lautstärke spielen lassen und mit Gehörschutz die ganze zentrale Achse des Amps bis zur gegenüberliegenden Wand abgehen, immer wieder schnell vorwärts und rückwärts, bis die Position mit der besten Balance von Tiefen, Höhen, Rauheit, Resonanz und Ton gefunden ist ("chasing the flame").
  2. Finetuning: Pink Noise durch den Amp, um ein "statisches Feld" zu erzeugen. Von der vorhin gefundenen Position seitwärts und rauf/runter bewegen, bis die Frequenzverteilung dem angestrebten Sound entspricht und Raumresonanzen minimiert sind.
Methode 2 — "Salvage"
Gitarrist, Gitarre und Raum sind gut, aber der Amp ist keiner, den man so hören möchte. Hier muss man einige Regeln über Bord werfen und experimentieren.
  1. Das gewählte Mikro in der "Flame" aufstellen, nicht an deren Ende wie üblich.
  2. Ein zweites Mikro mit entgegengesetzter Härte neben dem anderen so an einem Ausleger montieren, dass es horizontal vor- und zurück geschwungen werden kann.
  3. Während jemand den Ausleger langsam bewegt, man zuhört und immer wieder den Phasen-Knopf bedient, werden alle interessanten Positionen am Boden markiert. Mit den drei Parametern Schwingposition, Balance zwischen den beiden Mikrofonen und der Phase erhält man innerhalb von Minuten mehr radikal unterschiedliche Soundcharakteristiken, als man in einer Stunde am EQ erreichen kann.
So schauts aus. Bei dem Michael. Man mag darüber denken wie man will, aber das sind Beispiele für professionelle Aufnahmen von jemandem der Sound liebt, für Leute die Musik lieben.

Jetzt kommt ein gestandener Tonmensch daher und meint, wenn er ein SM57 rechts unten an den Marshall klebt sei alles gut und wenns nicht klingt ginge ihn das nichts an. Dazu gebe ich keinen Kommentar.

Jemand anders meint, mit einem Lautsprecher in einer Kiste erreiche er den Basissound und der Rest könne in der Nachbearbeitung erledigt werden. Ich bezweifle das. Es wird bestenfalls erreicht "was man sich als ähnlichen Sound grade noch vorstellen kann". Eine beliebte Ehrenrettung ist, das mehr oder weniger zufällige Ergebnis als das zu definieren, das man erreichen wollte. Oder als etwas Neues, Kreatives.

Andere schwören auf virtuelle Amps, mit IRs, physikalisch gemodeled oder gekempert. Auch gut. Oder eben nicht. Jedenfalls hat das meistens nichts mit lebendiger Musik in Räumen zu tun. Es ist künstlicher Sound, eine Simulation. Als Musiker und Techniker sage ich mal so: "Die Simulation einer Geburt kann genauso aussehen, riechen und sich anhören wie eine echte Geburt. Nur kommt kein Kind dabei raus." Mit anderen Worten: Es ist sehr schwierig, die Seele zu simulieren.
Meine Aussage, der Künstler müsse am Ende zufrieden sein, beruht eher darauf, dass verschiedene Musiker mit verschiedenen Lösungen zu frieden sind. Du zählst ja im Prinzip noch mal alle auf.

Eine Simulation von Verstärkern ist eben so seelenlos, wie ein Marshallverstärker. Erst wenn ein Gitarrist seine Instrument zum Spielen in die Hand nimmt kommt Leben in die Bude. Meine Emotionen, die ich auf einer Gitarre spiele, bleiben auch erhalten, wenn ich durch einen Zoom 9002 oder einen Line6 POD gehe.

Joe Satriani spielte auf "Crying" vom Album "The Extremist" ein Zoom 9002 und Gary Moore verwendete auf einem Album ein Line6 Pod. Und das Zoom 9002 ist nun wahrlich weit weg von heutigen Plug-Ins. Natürlich gibt es auch Puristen unter den Gitarristen, da wäre z.B. der auf der Alan Parson DVD zu dem Thema sich äußernde Gitarrist ein Beispiel (Sience and Art of Recording).
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Peter Ostry
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von Peter Ostry »

Zooms und PODs spielen hier gar nicht mit, das sind eher Effektboxen, die man sehr gut kreativ einsetzen kann. Ich weiß nicht wie die Leute den AxeFX erleben, aber für mich geht der auch in die Richtung. Man spielt nicht Axe, weil da große Amps eingebaut wären, sondern weil man Axe spielt und das toll klingt.

Die Eingangsfrage war aber, mit welchen Mitteln man den Klang eines großen lauten Amps ohne großen lauten Amp erhalten kann. Meine Bemerkungen hatten die Basis, dass man einen bestimmten Amp verwenden will. Es macht einen Haufen Arbeit, überhaupt in die Nähe zu kommen, aber man findet Wege. Man muss nicht in die Silenbox oder in die Simulation.

Wenn man hingegen bereit ist, sich von dem hohlen, schepprigen, dreckigen Klang der realen Amps zu verabschieden, der sich mit jedem Meter ändert, und wenn man aufhört, auf den Raum und das ganze Pipapo zu bestehen, sind alle anderen Wege offen. Silentbox und ähnliche elektronische Vorrichtungen, um ein bissel was vom eigenen Amp zu behalten. Kemper für die Vielseitigkeit. Simulation in der DAW dürfte noch die schwächste Lösung sein, hier sollte man überlegen, mit Mikro bzw. Silentbox zu kombinieren.

Hätte ich das Problem und entsprechend Geld, würde ich mich auf die Simulationsseite drehen und für einen Kemper Profiling Amp entscheiden. Der Klang ist sehr in Ordnung, er kann viel, man hat eine simple Aufnahmekette und braucht danach nicht viel Geschraube in der DAW.
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von Geheimagent »

Peter Ostry hat geschrieben:Zooms und PODs spielen hier gar nicht mit, das sind eher Effektboxen, die man sehr gut kreativ einsetzen kann. Ich weiß nicht wie die Leute den AxeFX erleben, aber für mich geht der auch in die Richtung. Man spielt nicht Axe, weil da große Amps eingebaut wären, sondern weil man Axe spielt und das toll klingt.

Die Eingangsfrage war aber, mit welchen Mitteln man den Klang eines großen lauten Amps ohne großen lauten Amp erhalten kann. Meine Bemerkungen hatten die Basis, dass man einen bestimmten Amp verwenden will. Es macht einen Haufen Arbeit, überhaupt in die Nähe zu kommen, aber man findet Wege. Man muss nicht in die Silenbox oder in die Simulation.

Wenn man hingegen bereit ist, sich von dem hohlen, schepprigen, dreckigen Klang der realen Amps zu verabschieden, der sich mit jedem Meter ändert, und wenn man aufhört, auf den Raum und das ganze Pipapo zu bestehen, sind alle anderen Wege offen. Silentbox und ähnliche elektronische Vorrichtungen, um ein bissel was vom eigenen Amp zu behalten. Kemper für die Vielseitigkeit. Simulation in der DAW dürfte noch die schwächste Lösung sein, hier sollte man überlegen, mit Mikro bzw. Silentbox zu kombinieren.

Hätte ich das Problem und entsprechend Geld, würde ich mich auf die Simulationsseite drehen und für einen Kemper Profiling Amp entscheiden. Der Klang ist sehr in Ordnung, er kann viel, man hat eine simple Aufnahmekette und braucht danach nicht viel Geschraube in der DAW.
Line6 POD wäre ja wie das Plug-In PodFarm
Beim Kemper wäre Bias Amp als Plug-In in etwa ähnliche Richtung - Das gleiche Prinzip - Ich persönlich finde einige Amps kommen da richtig geil, andere nicht so gut.

Meine Position ist nicht, dass ich sage das oder das sei am besten, sondern, wenn Purist, dann aber richtig, oder halt Abstriche machen, wie hier von verschiedenen Mitgliedern vorgeschlagen wurden.
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von BaBa »

Tag,

bin selbst noch auf der Suche,
um mein Brett und das DrumHerum effektiv zu nutzen.

Geht es bei dem ganzen Geräte Park nicht um Frequenz Modulation?
Kann man Obertöne mit einbeziehen?

Bin etwas unsicher, vielleicht kann mir jemand unter die Arme greifen.

BaBa
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hugoderwolf
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von hugoderwolf »

BaBa hat geschrieben: Geht es bei dem ganzen Geräte Park nicht um Frequenz Modulation?
Kann man Obertöne mit einbeziehen?

Bin etwas unsicher, vielleicht kann mir jemand unter die Arme greifen.
Hä?
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Peter G.
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Re: Gitarren recording für´s homerecording studio?

Beitrag von Peter G. »

@ hugoderwolf

hä?
war auch mein spontaner Impulsgedanke:-)
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