Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

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lfo
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Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von lfo »

Hallo liebe Leute, ich brauche mal Eure Hilfe.
Ich habe meine Monitore mit Sonarworks 4 eingemessen. Die Mixe die ich ohne Sonarworks erstellt habe hören sich mit der Sonarworks Korrektur jetzt viel klarer an.
Müsste nicht genau das Gegenteil passieren?
Ich meine, wenn an meiner Abhörposition ohne Sonarworks die hohen Frequenzen leiser waren und ich das in den Mixen
immer kompensiert habe, dann müssten doch eigentlich die hohen Frequenzen mit der Sonarworks Korrektur in diesen Mixen überbetont sein, oder?
Könnt Ihr mir bitte weiter helfen wo ich da gedanklich einen Fehler mache.
Zuletzt geändert von lfo am 29 Sep 2021 - 6:22, insgesamt 1-mal geändert.
SG2
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von SG2 »

Vergiss nicht, dass Sonarworks nur im Frequenzbereich arbeitet - nicht im Zeitbereich. Das ist auch der Grund, wieso ich es nicht verwende.

Der Zeitbereich auf jedenfalls nicht intuitiv greifbar und es kann durchaus sein, dass da mehrere Dinge gleichzeitig passieren, die dich glauben lassen, dass es klarer ist, in Wirklichkeit aber irgendwas anderes passiert.

Zeig doch mal deine Korrekturkurve und mach am besten auch mal eine ordentliche Messung mit REW. Dann siehst du wirklich, was los ist.
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hugoderwolf
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von hugoderwolf »

Ein "klarerer" Gesamteindruck und überkompensierte Höhen sind ja erstmal kein Widerspruch. Und dass selbst halbwegs vergurkte Mixe mit der Korrektur erstmal besser klingen ist auch durchaus nicht ungewöhnlich. Man neigt zwar dazu, eine suboptimale Abhöre zu kompensieren, aber niemand kann und tut das so genau, dass der Frequenzgang der Abhöre dabei vollständig kompensiert wird und demnach auf einer anderen kompletten Mist herauskommt. Vor Allem aber hört man ja auch mal Referenzmusik und hat daher ein ganz gutes Gefühl dafür, wie es von der Balance her auf eben diesen Speakern klingen sollte.
SG2 hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 18:24 Vergiss nicht, dass Sonarworks nur im Frequenzbereich arbeitet - nicht im Zeitbereich. Das ist auch der Grund, wieso ich es nicht verwende.

Der Zeitbereich auf jedenfalls nicht intuitiv greifbar und es kann durchaus sein, dass da mehrere Dinge gleichzeitig passieren, die dich glauben lassen, dass es klarer ist, in Wirklichkeit aber irgendwas anderes passiert.
Mit Verlaub, aber das ist Geschwafel. Der Zeitbereich mag für dich nicht intuitiv greifbar sein, aber deshalb muss man nicht so tun als würde einem Sonarworks nachts aus mysteriösen Gründen die Unterhosen klauen. 8)

Die Vor- und Nachteile linearphasiger Filter (ich nehme an darauf spielst du an) genauer zu erörtern würde jetzt hier zu weit führen. Ich würde minimalphasige aus guten Gründen bevorzugen. Aber der Unterschied den das macht spielt sich allenfalls untenrum ab. Und unter der Voraussetzung dass eine Abhöre Korrekturbedarf hat (haben die meisten) ist eine linearphasige Kompensation eigentlich immer besser als gar keine. Die Nachteile sind in Relation jedenfalls eher in der Größenordnung zu der man Vorstößt, wenn man Nachteile unbedingt suchen muss weil das halt eh alles Teufelszeug ist.
SG2
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von SG2 »

Worauf ich "anspiele" ist der Nachhall, wogegen Sonarworks exakt gar nichts tut. 95% der Probleme in unbehandelten Räumen sind aber leider im Nachhall zu suchen. In Auslöschungen und Überhöhungen durch stehende Wellen.
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alexander
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von alexander »

Sonarworks bietet eh beides an, Minimal- und Linearphasig, sogar eine Mischung aus beidem.

Der Nachhall sollte in einem Raum, den man als Studio nutzt eigentlich kein großes Problem sein, sonst muss man eh was tun. Aber der Sonarworks-Filter hilft schon sehr, bei mir z.B. im oberen Bassbereich wo es offenbar standing waves gibt. Das hat mit dem Nachhall erstmal nicht viel zu tun. Transparent obenrum klingt die Abhöre in meinem Raum auch ohne Sonarworks. Nur halt nicht in dem Bereich.

Kurz: Ich höre in einigen Problembereichen wesentlich klarer, was ich tue, wenn ich das Ding anschalte.
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SG2
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von SG2 »

Das musst du mir erklären, wieso Sonarworks was gegen ne stehende Wellen anrichten kann. Sonarworks ist ein EQ und kann nur solange absenken, bis die stehende Welle kleiner ist. Vorhanden ist sie immer noch. Das bedeutet aber auch, dass der initiale Impuls deutlich geringer ausfällt, damit die stehende Welle nichts überhöht sondern eben im gewollten Amplitudenbereich landet und es nicht mehr dröhnte, sondern nur noch matscht.
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hugoderwolf
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von hugoderwolf »

SG2 hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 19:30 Worauf ich "anspiele" ist der Nachhall, wogegen Sonarworks exakt gar nichts tut. 95% der Probleme in unbehandelten Räumen sind aber leider im Nachhall zu suchen. In Auslöschungen und Überhöhungen durch stehende Wellen.
Das ist ja eben der Punkt. Die Auslöschungen und Überhöhungen werden zu einem gewissen Grad korrigiert. Bei den Nachhallzeiten sieht es dann schon anders aus. Aber wie gesagt, besser als ohne allemal. Und eben da wo es weh tut (untenrum) sonst nur mit Masse und Volumen zu lösen, was meist nicht vorhanden ist.
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hugoderwolf
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von hugoderwolf »

SG2 hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 20:14 Das musst du mir erklären, wieso Sonarworks was gegen ne stehende Wellen anrichten kann. Sonarworks ist ein EQ und kann nur solange absenken, bis die stehende Welle kleiner ist. Vorhanden ist sie immer noch. Das bedeutet aber auch, dass der initiale Impuls deutlich geringer ausfällt, damit die stehende Welle nichts überhöht sondern eben im gewollten Amplitudenbereich landet und es nicht mehr dröhnte, sondern nur noch matscht.
Es gibt keinen "initialen Impuls" in einem schmalen Frequenzbereich wie dem einer stehenden Welle. Impuls ist immer breitbandig, insofern vergleichst du Äpfel mit Birnen. Aber zugegeben, es ist kompliziert. Was stimmt, ist dass bei einem Impuls eine stehenden Welle deren (engen) Frequenzbereich im Vergleich zum Rest verzögert. Das ist aber erstmal unabhängig vom absoluten Level.

Ein minimalphasiger EQ kann übrigens durchaus Einfluss auf die Zeitkonstanten stehender Wellen nehmen und diese auch verringern. Ein gerne verkannter Fakt. Auch hier in der Praxis natürlich komplizierter, aber es funktioniert.
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von SG2 »

hugoderwolf hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 20:26 Impuls ist immer breitbandig
Ähm. Nö.

Und es war auch nicht auf die stehende Welle bezogen, sondern auf das was Sonarworks glaubt dagegen tun zu müssen.
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hugoderwolf
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von hugoderwolf »

SG2 hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 20:38
hugoderwolf hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 20:26 Impuls ist immer breitbandig
Ähm. Nö.
...womit klar wird, dass das hier zu nichts führt. Um Herrn Drosten zu zitieren: "Ich habe Besseres zu tun." (hallo
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von putte »

Ihr könnt sagen, was ihr wollt: Sonarworks Reference macht hier einen wunderbaren Job. Einen, der sich auch auf andere Abhören überträgt. :)
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Stephan S
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von Stephan S »

Expertenrunde. In der einen Ecke haben wir die böse Wissenschaft und durch fantastische Produktionen belegte Expertise (und wie ich Putte einschätze noch immer ohne weitere akustische Maßnahmen) und in der anderen möchte einer Recht haben.
Los geht's. Was war nochmal die Frage? Ach ja, schon beantwortet, irgendwie wie im Thread nebenan.

Von mir auch noch nen Tipp an den Threadstarter aus der Praxis: Mach es mal andersrum, also mit SW mixen und dann ohne hören. Das beantwortet vieles. Die Theorie dahinter kannst du ja dem Forum überlassen...
‹(•¿•)›
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lfo
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von lfo »

Stephan S hat geschrieben: 29 Sep 2021 - 6:02 Was war nochmal die Frage? Ach ja, schon beantwortet, irgendwie wie im Thread nebenan.
Hast Du vielleicht einen Link zu dem Thread, denn hier habe ich keine Antwort auf meine Frage gefunden oder sie überlesen.
Stephan S hat geschrieben: 29 Sep 2021 - 6:02 Von mir auch noch nen Tipp aus der Praxis: Mach es mal andersrum, also mit SW mixen und dann ohne hören. Das beantwortet vieles.
Das werde ich machen. Danke
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hugoderwolf
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von hugoderwolf »

War vielleicht etwas untergegangen:
hugoderwolf hat geschrieben: 28 Sep 2021 - 19:21 Ein "klarerer" Gesamteindruck und überkompensierte Höhen sind ja erstmal kein Widerspruch. Und dass selbst halbwegs vergurkte Mixe mit der Korrektur erstmal besser klingen ist auch durchaus nicht ungewöhnlich. Man neigt zwar dazu, eine suboptimale Abhöre zu kompensieren, aber niemand kann und tut das so genau, dass der Frequenzgang der Abhöre dabei vollständig kompensiert wird und demnach auf einer anderen kompletten Mist herauskommt. Vor Allem aber hört man ja auch mal Referenzmusik und hat daher ein ganz gutes Gefühl dafür, wie es von der Balance her auf eben diesen Speakern klingen sollte.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, wunderst du dich ja einfach nur, dass deine alten Mixe schon soweit in Ordnung sind. Das ist ja zunächst mal erfreulich und nur bedingt verwunderlich. Hast du denn das Gefühl, irgendwas stimmt da nicht mit der Korrektur? Oder glaubst du du machst irgendwo einen Fehler? Nach deiner Beschreibung würde ich erstmal dazu neigen, dich beruhigen zu wollen.
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Stephan S
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Re: Sonarworks Frage zum vorher-nachher Vergleich

Beitrag von Stephan S »

Das sehe ich genauso. Du hörst lediglich klarer was du mit deinem Mix gemeint hast. Es gibt kein Problem und daher auch keine Lösung.
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