Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

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Mr Low
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Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Mr Low » 23 Jun 2018 - 10:06

hallo zusammen,

ich bin hier neu und anfänger und hätte folgende fragen:

eq tiefenstaffelung musikrichtung electronisch mit gesang:

man sagt doch das es nur vorne, mitten und hinten gibt?
wie ist den die aufteilung mit anhebung und absenkung eines eq?
stimme steht vorne den eq etwas in den höhen anheben?
was ist mit den drums? die sind in einer electronischen musik auch vorne. da auch anheben?
ebenso steht der bass auch vorne
was ist mit z.b.mit einem piano das in der mitte spielt? da schon etwas absenken?
und was ist mit zb. flächen die hinten spielen? da noch mehr absenken?

gilt diese regelung auch bei hall wenn dieser mit einem eq bearbeitet wird?


Early Reflexon:

ist es richtig wenn signale vorne stehen das man mehr early reflexon hinzufügt oder andersrum?

für hilfe wäre ich dankbar.

mfg
tom
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Geheimagent » 23 Jun 2018 - 11:03

Ich würde Dir Mixing Secrets von Mike Senior empfehlen.

Man kann nämlich nicht pauschal sagen mach dies oder das, und dann klingt es gut, jede Audioaufnahme klingt durch ihre Faktoren anders.

Nach hinten verliert das Signal an Höhen, und braucht auch länger bis es beim Höhrer ankommt.

Das Predelay ist vorne höher als hinten z.B. 70ms, 30ms und 5ms. Leg drei Hallinstanzen mit gleichem Reverb an und unterschiedlichem Pre-Delay an. Die Angaben wegen des Predelays sind abhängig vom Raum, deswegen ausprobieren. Am besten mit dem Gesang, wenn es unnatürlich klingt st es zu viel.

Mixing ist zum großen Teil auch eine Geschmackssache und abhängig vom Stil.
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Peter Ostry
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Peter Ostry » 23 Jun 2018 - 13:27

Mit Theorie wirst du hier geholfen:
Wikipedia – Entfernungshören
Wikipedia – Tiefenstaffelung

Eventuell auch dieses:
Wikipedia – Lokalisation

Einen Thread über Hall gibt es in diesem Forum zum Beispiel hier:
Effekte Room & Hall

Ein Buch gibt es zum Beispiel hier:
Mixing with your mind
Audiogeräte sind heute so klein und voll von Technik, dass die Töne kaum noch Platz haben.
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Mr Low » 24 Jun 2018 - 15:37

vielen dank für deine antwort.

bei wikipedia zum thema tiefenstaffelung verwirrt mich aber, das dort geschrieben wird:

Eine Anfangszeitlücke von kleiner 15 ms lässt das Schallereignis ferner wirken, eine „Lücke“ von 40 ms dagegen näher

was ist den jetzt korrekt, entferntes signal = mehr predelay oder entferntes signal = weniger predelay?

in dem thread effekte room & hall wurde das genau andersrum erklärt
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Geheimagent » 24 Jun 2018 - 17:12

Mr Low hat geschrieben:
24 Jun 2018 - 15:37
vielen dank für deine antwort.

bei wikipedia zum thema tiefenstaffelung verwirrt mich aber, das dort geschrieben wird:

Eine Anfangszeitlücke von kleiner 15 ms lässt das Schallereignis ferner wirken, eine „Lücke“ von 40 ms dagegen näher

was ist den jetzt korrekt, entferntes signal = mehr predelay oder entferntes signal = weniger predelay?

in dem thread effekte room & hall wurde das genau andersrum erklärt
Das in der Wikipedia ist korrekt. Du hörst den Hall von Dingen, die dichter Dran sind später als das Originalsignal, Dinge die weiter weg sind hörst Du das Originalsignal und den Hall viel dichter zusammen.
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Peter Ostry » 25 Jun 2018 - 0:42

Mr Low hat geschrieben:
24 Jun 2018 - 15:37
was ist den jetzt korrekt, entferntes signal = mehr predelay oder entferntes signal = weniger predelay?
in dem thread effekte room & hall wurde das genau andersrum erklärt
In dem Thread habe ich das falsch geschrieben und jetzt dort korrigiert.
Die nahen Ereignisse bekommen mehr Predelay als die fernen.

Beispiel:
Wenn ich dich an einem Ende einer Halle aus 2 Metern Entfernung anschreie empfindest du das als nah, weil du mich sofort und laut hörst, eine gewisse Zeit danach (=Predelay) die Early Reflections von den uns nächsten Wänden, schließlich die Hallfahne aus dem ganzen Raum. Gehe ich ans andere Ende der Halle, ist mein Geschrei für dich leiser und du kannst es von den Reflektionen an meinen Wänden nicht mehr unterscheiden, hörst praktisch kein Predelay mehr. Alles inklusive Hallfahne kommt ziemlich gleichzeitig bei dir an.

Hier nochmals die zwei Links zum Predelay:
Sengpiel, Anfangszeitlücke und Pre-Delay
Wikipedia, Anfangszeitlücke.

In den Beschreibungen von Sengpiel und Wikipedia wird Einiges nicht erwähnt und die simplen Regeln gelten nicht für alle Situationen. Aber sie sind gute Richtlinien für die meisten Anwendungen.
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Geheimagent » 25 Jun 2018 - 5:52

Peter Ostry hat geschrieben:
25 Jun 2018 - 0:42
Beispiel:
Wenn ich dich an einem Ende einer Halle aus 2 Metern Entfernung anschreie empfindest du das als nah, weil du mich sofort und laut hörst, eine gewisse Zeit danach (=Predelay) die Early Reflections von den uns nächsten Wänden, schließlich die Hallfahne aus dem ganzen Raum. Gehe ich ans andere Ende der Halle, ist mein Geschrei für dich leiser und du kannst es von den Reflektionen an meinen Wänden nicht mehr unterscheiden, hörst praktisch kein Predelay mehr. Alles inklusive Hallfahne kommt ziemlich gleichzeitig bei dir an.
Das Predelay ist nicht kleiner, weil Du aus der Entfernung leiser bist, sondern weil as Eintreten beider Signale dichter zusammen ist. Du könntest ja auch lauter schreien, dass die Lautstärke beim Hörer gleich ist, mit der bei zwei Metern, das würde vom Prinzip her nichts an dem Eintreten der Signale ändern.

Mit dieser Thematik kommen viele durcheinander, da es zunächst mal unverständlich ist, warum das Pre Delay höher ist, je dichter man ist.
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Mr Low » 25 Jun 2018 - 9:22

vielen dank für die aufklärung!
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Peter Ostry » 25 Jun 2018 - 10:31

Geheimagent hat geschrieben:
25 Jun 2018 - 5:52
Das Predelay ist nicht kleiner, weil Du aus der Entfernung leiser bist, sondern weil as Eintreten beider Signale dichter zusammen ist.
Das gilt nur für seitliche Flächen, von denen in großer Entfernung nicht die ERs am Ort der Quelle gehört werden, sondern die "schrägen direkten" Reflektionen, die beim Hörer praktisch gleich mit der Hallfahne ankommen. Das Predelay bzw. die ERs der hinteren Flächen bleiben unverändert, nur hört man sie nicht mehr in dem ganzen Wischiwaschi. Wenn man sie doch hört, dann stören sie. Das Problem gibt es öfter bei Choraufnahmen, wenn der Chor nicht weit genug hinten stehen kann.

Nichtsdestotrotz war mein Satzkonstrukt missverständlich. Mit dieser besser verständlichen Formulierung des einen Satzes können wir uns auf einen Kompromiss einigen:
"... ist mein Geschrei für dich leiser und wegen der relativ geringen Entfernung zu meinen Wänden kannst du es in deiner entfernten Position von den Erstreflektionen nicht mehr unterscheiden, hörst praktisch kein Predelay mehr"

Die ganze Chose ist ohnehin nur ein Daumenregelwerk, reicht aber für normale musikalische Anwendungen. Wer Sonderfälle hat, muss eventuell alle Elemente separat machen.
Audiogeräte sind heute so klein und voll von Technik, dass die Töne kaum noch Platz haben.
Entsprechend genervt kommen sie heraus, wie man überall hören kann.
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Re: Eq & Early Reflexon-Anfänger Frage

Beitrag von Geheimagent » 25 Jun 2018 - 18:58

Niemand ist unfehlbar auch ich nicht. Du hast vollkomen recht für das Musikmachen reicht es, das einiger Maßen grob zu verstehen, denn wen man das alles genauer vertiefen würde, dann hängt das ganze von vielen weiteren Faktoren ab:
- Temperatur
- Feuchtigkeit
- Beschaffenheit des Raum
- wie viel Leute drin sind
- wo man im Raum steht
- wo die Schallquelle ist

Dafür gibt es Mathemathische Formeln, und für die Kopfschmerzen danach nimmt man am besten Paracetamol. :mrgreen:
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