Unterschied Hall & Room

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Unterschied Hall & Room

Beitragvon epcot2000 » 11 Jul 2017 - 9:22

Tach,

ich habe da mal eine Frage:

wann setzt man eigentlich einen Room effekt ein?
oder setzt man z.b. die strings erst in einen großen raum und gibt dann den hall dazu?

vielleicht kann mich jemand aufklären.

danke
epcot2000
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Re: Unterschied Hall & Room

Beitragvon Peter Ostry » 11 Jul 2017 - 15:39

Normalerweise setzt man die Instrumente in den Raum, in dem sie spielen sollen. Ist der eher klein, dann Room. Ist er groß, dann Halle. Die Tiefenstaffelung, die hörbar machen soll, wer weiter hinten oder vorne spielt, erreicht man durch unterschiedliche Einstellungen von Predelay und Frequenzgängen und dem Verhältnis zwischen direktem Klang und Hall.

Soweit die Theorie.

Tatsächlich hat man oft keine Instrumente für den Mix, die so klingen als ob sie im selben Raum gespielt hätten. Manche können sogar ganz trocken sein. Da kann man einzelnen Instrumente einen kleinen Raum geben, damit sie halbwegs normal klingen. Wieviel Hall und welche Räume man verwendet, ist von der Situation und dem gewünschten Ergebnis abhängig, eine Kunst und kann nicht allgemein erklärt werden.

Wenn Leute einen kleinen und danach einen großer Raum verwenden, kann das verschiedene Gründe haben. Der kleine könnte Instrumenten ein Umfeld geben, in dem sie, zum großen Raum passend, besser klingen. Es kann auch jemand zu faul für Tiefenstaffelung sein und sich mit verschiedenen Raumgrößen an der Feinjustierung vorbeischwindeln wollen. Oder er findet den Klang einfach besser, wenn er Raumgrößen kombiniert. Oder es gibt einen kreativen Grund, wenn man zum Beispiel nur für einige Stellen des Stückes einen großen Hall haben will, während normalerweise ein kleinerer Raum klingen soll.

Falls deine Frage bedeutet, dass du wissen willst wie du natürlich klingende Instrumente in natürlich klingende Räume setzt, empfehle ich dir Folgendes:
Richte deine Instrumente mit allen Möglichkeiten (Dynamik, EQ, kurzer Hall, Volumen, Panning) so her, dass sie zusammen relativ trocken und so homogen klingen, wie du sie dir vorstellst. Nicht jedes einzeln einstellen, immer wieder zusammen hören. Dann nimmst du einen Raum deiner Wahl in der gewünschten Größe und beschäftigst dich mit der Tiefenstaffelung.

Wenn es dir nicht um natürlichen Klang geht, ist es gut wenn du den normalen Weg kennst, kannst aber machen was du willst. Pass nur auf, dass dir nicht alles absäuft. Nach einem kurzen Ereignis darf der Hall nicht so lange anhalten, dass er die nächsten Ereignisse überdeckt. Ob das Millisekunden, Sekunden oder Minuten sind, hängt von deiner Musik ab. Hall muss/kann man auch oft mit EQ und Dynamikwerkzeugen bearbeiten, um ihn klanglich und rhythmisch anzupassen.
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Re: Unterschied Hall & Room

Beitragvon Peter G. » 12 Jul 2017 - 9:13

Wie Peter bereits ausführlich erklärt hat, gibt es wenig allgemeingültige Umgangsweisen beim Mix eines Songs.
Da ist der Kreativität kaum Grenzen gesetzt und deine Ohren entscheiden über die Auswahl jeglicher Effekte!

Wenn du Film mischt, ist das schon ganz anders!
Da die Schauspieler die original gedrehten Szenen meist nachsynchronisieren, kann man zwar die Nähe zum Betrachter mit dem Abstand des Micros beeinflussen, die Stimmen werden aber alle im gleichen (Studio)raum aufgenommen.
Dann kommen in der Mischung eben verschiedenste Räume (room) zum Einsatz. living rooms, bathrooms, stonerrooms, Tunnel, Holzräume ect,pp.
Antwortet ein Protagonist aus dem anderen Zimmer, wird der Direktanteil der Stimme fast gar nicht mehr verwendet und selbst dazu gibt es *next room* presets!
Es geht also um die möglichst natürliche Darstellung verschiedener Räume, die in verschiedenen Raumsimulationen diverser Anbieter mehr oder weniger gut gelingen :-)
Anderes Beispiel:
Du willst einen R&R Song möglichst live gespielt klingen lassen, hast aber zu Hause aufgenommen und z.T. midi instruments verwendet.
jetzt suchst du dir einen live room (concert, jazz club,stone room) in den du die gesamte Band setzt.
Entweder auf die Summe oder, falls du doch verschiedene Anteile wegen klanglicher Ergebnisse verwenden willst, auf die Einzelspuren.
Trotzdem bekommt die Gitarre noch einen kleinen Federhall wie aus einen Fenderamp, der Sänger eine R&R Delay, die Chormädels einen kleinen extra Hall und das Piano vielleicht einen bright room/ hall.

Bei Stringssound oder Streichersamples sind übrigens auch schon oft Räume drauf, oder es gibt die verschiedenen Instrumente mit oder ohne Raum!

Und was die Presetnamen der Programme betrifft, ob du nun lieber einen *big room* oder eine *small hall* verwendest und wenn ja, wieviele,
das sollten deine Ohren in bezug auf das Ausgangsmaterial entscheiden!
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Re: Unterschied Hall & Room

Beitragvon epcot2000 » 12 Jul 2017 - 9:23

vielen dank für eure mühe!
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Re: Unterschied Hall & Room

Beitragvon Rolle » 24 Jul 2017 - 9:58

nur kurz von mir:

ich setze in den Einzelspuren sporadisch Hall und etwas mehr delays ein (meistens vocals oder Instrumente, die das eben meiner Ansicht nach benötigen).
Room kommt dann auf den Mixbus. Das geht aber nur mit einem entsprechenden Hallgerät (oder der entsprechenden Software, die ich aber nicht kenne :-) ).
Mit dem richtigen Mittel kann man hier unglaubliche Mengen über die Summe kippen ohne das ganze zu zerstören. Es bekommt eben nur diese musikalische Räumlichkeit.
es ist ein einfach ist das
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Re: Unterschied Hall & Room

Beitragvon focusonsound » 24 Jul 2017 - 13:11

Rolle hat geschrieben:nur kurz von mir:

ich setze in den Einzelspuren sporadisch Hall und etwas mehr delays ein (meistens vocals oder Instrumente, die das eben meiner Ansicht nach benötigen).
Room kommt dann auf den Mixbus. Das geht aber nur mit einem entsprechenden Hallgerät (oder der entsprechenden Software, die ich aber nicht kenne :-) ).
Mit dem richtigen Mittel kann man hier unglaubliche Mengen über die Summe kippen ohne das ganze zu zerstören. Es bekommt eben nur diese musikalische Räumlichkeit.

Haste dir wieder nen Bricasti zugelegt? (clap)
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